Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt

Experte erklärt, worauf Heuschnupfen und Asthma-Patienten jetzt achten sollten

Sonntag, 26. April 2020 – Autor: gsb
Die Heuschnupfensaison hat begonnen – und das inmitten der COVID-19 Pandemie. Viele Betroffene sind verunsichert, ob ihre Symptome eine Infektion mit dem Coronavirus sein könnten. Ein Experte erklärt, wann Allergiker und Asthmatiker hellhörig werden sollten.
Heuschnupfen in Coronazeiten. Abgrenzung der Symptome nicht immer möglich

Heuschnupfen in Coronazeiten. Abgrenzung der Symptome nicht immer möglich

Heuschnupfen oder Corona? Das fragen sich dieser Tage viele Allergiker. Denn draußen fliegen bereits die Pollen. Wie sich eine Pollenallergie von COVID-19 unterscheidet und wann Betroffene ärztlichen Rat einholen sollten – das erklärt der Pneumologe Dr. Michael Mohr vom Universitätsklinikum Münster.

Worauf sollten Allergiker mit Heuschnupfen in Zeiten vom Coronavirus achten?

Dr. Michael Mohr: Patienten mit einer Pollenallergie kennen ihre typischen saisonalen Symptome wie zum Beispiel Fließschnupfen und Augenjucken in der Regel seit vielen Jahren. Auf die ihnen bekannten Medikamente wie Augentropfen oder Nasensprays kann wie gewohnt zurückgegriffen werden. Wenn die aktuelle Symptomatik jedoch abweicht, sollten sie hellhörig werden und eine mögliche Infektion zumindest in Erwägung ziehen und ärztlichen Rat einholen.

Wie unterscheiden sich denn COVID-19-Symptome von den allergischen Reaktionen auf Pollen?

Dr. Michael Mohr: Für COVID-19 typisch sind eher Fieber, Halsschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl, während der beschriebene Fließschnupfen und Augenjucken typische Symptome einer Pollenallergie sind. Da aber viele Überschneidungen bei den möglichen Symptomen beider Erkrankungen bestehen und zudem die Ausprägung von Symptomen der COVID-19-Erkrankung deutlich variiert, ist eine definitive Abgrenzung nicht immer möglich.

Neben den Heuschnupfen-Symptomen leidet ein Teil der Pollenallergiker auch an Asthma. Sind diese Patienten durch den Coronavirus besonders gefährdet?

Dr. Michael Mohr: Eine optimale Therapie der vorliegenden Atemwegserkrankung ist gerade in der aktuellen Situation wichtig. Inhalative Kortison-Präparate sind die Basis in der Asthma-Dauertherapie und führen dazu, dass die Bronchialschleimhaut entzündungsfrei und damit widerstandfähiger ist. Dadurch reduziert sich die Infektionsgefahr. Patienten können und sollen also weiter ihre Medikamente nehmen und sie haben mit gut eingestelltem Asthma nach aktuellen Erkenntnissen auch kein relevant erhöhtes Infektionsrisiko.

Fazit des Experten: „Wenn die aktuelle Symptomatik abweicht, sollten Sie eine Infektion in Erwägung ziehen.“

Hauptkategorien: Medizin , Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Heuschnupfen , Coronavirus

Weitere Nachrichten zum Thema Heuschnupfen

Niesen, Husten, Gliederschmerzen: Bei den unspezifischen Symptomen, die wir von Erkältungen, Infekten oder eine Grippe her kennen, denken viele jetzt gleich an eine Infektion mit dem Coronavirus – obwohl das in den allermeisten Fällen unbegründet ist. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist ein Symptom bei Corona aber besonders typisch: Fieber.

09.04.2019

Heuschnupfen geht häufig mit einer Nahrungsmittelallergie einher. Rohes Obst und Nüsse werden dann nicht vertragen und können zu Schwellungen an der Zunge, den Lippen und des Rachens führen. Besonders Birkenallergiker sind von einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie betroffen.

16.07.2020

Welche Pollen fliegen heute hier? Und wie stark? Mit einer Smartphone-App der Techniker Krankenkasse (TK) können sich Allergie-Patienten an jedem Ort in Deutschland über den lokalen Pollenflug informieren lassen und damit besser mit ihrer Krankheit umgehen. Interessant für Leute, die in Corona-Zeiten innerhalb Deutschlands Urlaub machen, denn: Nicht überall fliegen dieselben Pollen zur selben Zeit.

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Weitere Nachrichten


Die elektronische Patientenakte (ePA) soll bis Ende 2024 kommen - für alle. Die Daten werden pseudonymisiert ausgewertet. Das ist Teil eines von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorgestellten Gesetzes. Die Ärzteschaft fordert Konkretisierungen im Detail.
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin