. Ernährungsmonitor

Erwachsenen fehlt Vitamin D und Folat

Leiden Vegetarier oder Veganer in Deutschland unter Nährstoffmangel? Nein, meint das aktuelle Journal of Health Monitoring, das das Robert Koch-Institut herausgibt. Dafür fehlen Erwachsenen Vitamin D und Folat.
Vitamin-D-Mangel

Deutschen Erwachsenen mangelt es an Vitamin D und Folat

Die meisten Frauen im gebärfähigen Alter erreichen nicht den von der WHO empfohlenen Referenzwert für Folat, heißt es weiter in einer Pressemitteilung des RKI. Der Folat-Mangel erhöht beim Ungeborenen das Risiko für Neuralrohrdefekte. Diese Fehlbildungen prägen sich zwischen dem 22. und 28. Tag der Schwangerschaft aus. Viele Frauen wissen zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, dass sie schwanger sind.

Der Defekt kann Spina bifida, Gehirn- und Schädel-Missbildungen und Fehlgeburten zur Folge haben. Frauen mit Kinderwunsch wird daher geraten, Folsäure einzunehmen, die im Körper zu Folat umgebaut wird. Täglich 400 µg Folat-Äquivalente empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung  (DGE) Erwachsenen. Werdenden Müttern und Stillenden rät sie zu 600 µg pro Tag.

Erwachsen fehlt Vitamin D und Folat

Nicht nur Folat fehlt: 30,2 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind mangelhaft mit Vitamin D versorgt, heißt es weiter in der Publikation. Gemessen an nationalen und internationalen Empfehlungen ist dafür die Natriumzufuhr – also die Aufnahme von Speisesalz - in weiten Teilen der Bevölkerung zu hoch.

Insgesamt bereiten 50,8 Prozent der deutschen Erwachsenen ihre Mahlzeiten täglich oder fast täglich selbst aus frischen Lebensmitteln zu. Auf die Frage „Essen Sie üblicherweise vegetarisch?“ antworteten 4,3 Prozent der Erwachsenen von 18 bis 79 Jahren mit „Ja“. Bei Frauen ist diese Ernährungsweise mit 6,1 Prozent stärker verbreitet als bei Männern mit 2,5 Prozent.

 

Keine Nährstoffmangel bei Vegetariern und Veganern

Früher nahmen Ernährungs- und Gesundheitswissenschaftler an, dass Vegetarier ein höheres Risiko für Nährstoffdefizite haben könnten. Aktuelle Studien zeigen aber eine gesunde Nährstoffbalance bei vegetarisch und auch bei vegan lebenden Menschen.

Derzeit wird in der Forschung vor allem das präventive Potenzial einer vegetarischen beziehungsweise überwiegend pflanzlichen Ernährung für chronische Krankheiten wie Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs betont.

Fleischkonsum insgesamt sollte reduziert werden

Auf internationaler Studienbasis konnte gezeigt werden, dass die Verschreibung einer vegetarischen Ernährung helfen kann, den Body Mass Index zu reduzieren. Auch gesellschafts- und umweltpolitisch werden einer vegetarischen Lebensweise häufig positive Auswirkungen zugeschrieben.

Mit Blick auf die Gesundheit der Bevölkerung wird eine Verringerung des Fleischkonsums in Deutschland als sinnvoll erachtet. „Die positiven Effekte würden verstärkt, wenn neben der relativ kleinen Gruppe der Menschen, die ganz auf Fleisch verzichten, eine größere Bevölkerungsgruppe ihren Fleischkonsum reduzieren würde“, schreiben die RKI-Autoren.

Foto: Janina Dierks/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Mangelernährung , Vitamin D
 

Weitere Nachrichten zum Thema Vitamin D

| Damit sich ihre Knochen richtig entwickeln, benötigen Babys und Kleinkinder Vitamin D. Sonneneinstrahlung und Nahrung reichen jedoch nicht aus, damit sie ausreichend versorgt sind. Fachgesellschaften empfehlen daher, in den ersten 12 bis 18 Monaten täglich 10 µg Vitamin D zuzuführen.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Nach dem Wunsch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen flächendecke Fieber-Ambulanzen die Praxen entlasten, wenn die Corona-Infektionen in den Wintermonaten wieder zunehmen werden. Kinder- und Jugendärzte halten diese Idee für schädlich.
Im Vorfeld des World Health Summit sprechen Christian Drosten und Detlev Ganten über das Coronavirus im Speziellen und die globale Ausbreitung im Allgemeinen. Für den Virologen steht fest: Deutschland hat nichts besser gemacht als andere Länder. Und: Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen.
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.