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Erste Trauma-Box für Berlin

Ein neues Erste-Hilfe-System soll Laien die Versorgung Schwerverletzter erleichtern: die sogenannte Trauma-Box. Nun wird die erste Box dieser Art für den öffentlichen Raum in Berlin angebracht.
Trauma-Box

Mit sogenannten Trauma-Boxen sollen Erste-Hilfe-Maßnahmen erleichtert werden

Um Erste Hilfe leisten zu können, fehlt Helfern meist das passende Equipment. Vor allem wenn es um starken Blutverlust geht, der zu den häufigsten Todesursachen bei Schwerverletzten gehört, benötigt man entsprechendes Material. Jetzt steht für Ersthelfer ein neu entwickeltes Erste-Hilfe-System zur Verfügung, mit dem Blutungen schneller gestoppt werden können – bis das medizinische Fachpersonal eintrifft. Die neue Trauma-Box enthält ein sogenanntes Tourniquet, ein Abbindesystem ähnlich einer Blutdruckmanschette, und einen saugfähigen Druckverband: Beides ist einfach, rasch und sicher auch von medizinischen Laien anwendbar.

Trauma-Boxen sollen stärker verbreitet werden

Die erste Trauma-Box für den öffentlichen Raum in Berlin wird jetzt im Haus der Chirurgie angebracht. Die symbolische Übergabe an die Deutsche Chirurgie findet durch Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und die Deutsche Traumastiftung (DTS) am 11. Juli 2019 um 16 Uhr im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin Mitte statt. Bei einer Live-Demonstration erfahren Medienvertreter, welche Handgriffe nötig sind, um ein Tourniquet anzulegen.

Nach und nach sollen die Trauma-Boxen deutschlandweit an Orten mit hohem Menschenaufkommen wie Bahnhöfen, Flughäfen und Einkaufszentren platziert werden – ähnlich den Defibrillatoren gegen Herz-Kreislauf-Stillstand. Mit dem Tourniquet lassen sich starke Blutungen an Armen und Beinen abbinden. Diese können beispielsweise entstehen, wenn bei einem Werkstatt- oder Verkehrsunfall ein Arm oder Bein abgerissen wird, aber auch durch Schuss- und Explosionsverletzungen, die bei einem Terroranschlag oder Amoklauf verursacht werden.

 

Lebensrettung leichter machen

Eine gesetzliche Pflicht zur Bereitstellung von Trauma-Boxen gibt es nicht. DGU und DTS sprechen sich jedoch dafür aus, dass Unternehmen, Bund, Länder, Kommunen und Gemeinden selbstverpflichtend aktiv werden und das neue System in ihren Einrichtungen zur Verfügung stellen. So können sie dazu beitragen, dass Erste Hilfe jederzeit und überall vereinfacht und zugänglicher wird und damit Kollegen, Kunden oder Passanten zu Lebensrettern werden.

Foto: © jamierogers1 - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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