. Krebsforschung

Erste Patienten in Berlin mit neuer Immuntherapie gegen Lungenkrebs behandelt

In einer weltweiten Studie wird derzeit eine neue Immuntherapie gegen Lungenkrebs getestet. Auch das Berliner Vivantes Klinikum macht mit. Im Oktober wurde die erste Lungenkrebs-Patientin in Spandau mit dem neuen PD1-Antikörper behandelt.
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In Spandau wird eine neue Immuntherapie getestet: Seit Oktober schließt Vivantes Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs in die Studie ein

Es ist die letzte Phase vor der Zulassung: In einer weltweiten Studie wird derzeit ein PD1-Antikörper bei Lungenkrebspatienten getestet. Der PD1-Antikörper gehört zur Gruppe der sogenannten Checkpoint-Inhibitoren, die beim schwarzen Hautkrebs zu sensationellen Erfolgen geführt haben: bei vielen Patienten mit metastasiertem Melanom hat sich die Überlebenszeit mittlerweile verdoppelt. In den USA ist der PD1-Antikörper zur Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms bereits zugelassen.

Immuntherapie: Hoffnung für Krebskranke

Nun ist die Hoffnung groß, dass auch Lungenkrebspatienten von der neuen Immuntherapie profitieren. Viele Experten erwarten, dass die „Immun-Checkpoint-Hemmer“ die medikamentöse Tumortherapie in Zukunft wesentlich bereichern. Diese Hoffnung gilt bei vielen Krebserkrankungen.

 

Der Antikörper hebelt die Blockade des Immunsystems aus

Das Immunsystem kann Krankheiten normalerweise selbst bekämpfen. Krebszellen können die körpereigenen Immunabwehrzellen jedoch hemmen. Die Checkpoint-Inhibitoren können diese Hemmung gezielt aufheben – und das Krebswachstum wird für eine gewisse Zeit gestoppt.

Prof. Dr. Späth-Schwalbe, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Vivantes Klinikum Spandau, erklärt: „Dadurch wird es Abwehrzellen des körpereigenen Immunsystems erleichtert Krebszellen zu bekämpfen. Im günstigsten Fall kann dies Patienten eine Chemotherapie ersparen.“

Lungenkrebs-Studie: Letzte Studienphase vor der Zulassung

Nach Vivantes- Angaben ist das Klinikum Spandau die einzige Klinik Berlins, die sich an der weltweiten klinischen Lungenkrebs-Studie beteiligt. Mitte Oktober habe die erste Lungenkrebs-Patientin das neue Medikament erhalten und offenbar gut vertragen.

„Studien werden mit Patienten durchgeführt, um herauszufinden, ob neue vielversprechende Medikamente oder Techniken zur Prävention, Diagnostik oder Behandlung sicher und effektiv sind“, erläutert Alfred Holzgreve, Direktor für Klinische Forschung und Akademische Lehre bei Vivantes. Die Lungenkrebs-Studie befindet sich bereits in der letzten Phase vor der Zulassung. Vivantes beginnt nach eigenen Angaben pro Jahr etwa 120 bis 130 neue klinische Studien. 

Foto: © Manuel Schröder - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
 

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