. Suchterkrankungen

Erste Hilfe für Internetsüchtige

Internetsucht ist ein neues Sucht-Phänomen. Hilfe gibt es jetzt in einem neuen Portal: Unter www.erstehilfe-internetsucht.de ist eine umfassende Adressdatenbank für Beratungs- und Behandlungsangebote zu finden.
Nicht ohne mein Handy: Für Internetsüchtige gibt es jetzt ein Erste Hilfe Portal mit einer großen Adressdatenbank

Nicht ohne mein Handy: Für Internetsüchtige gibt es jetzt ein Erste Hilfe Portal mit einer großen Adressdatenbank

Surfen, Chatten, Spielen - das Internet kann süchtig machen. Psychologen sprechen auch von Internetsucht. Für Menschen, die von ihrem Smartphone oder Computer nicht mehr loskommen, gibt es jetzt Hilfe. Ausgerechnet im Netz ist die bisher umfangreichste Adressdatenbank für Beratungs- und Behandlungsangebote in Deutschland zu finden. Das online-Portal www.erstehilfe-internetsucht.de bietet Internetsüchtigen und Angehörigen neben rund 1.000 Adressen auch Hintergrundinformationen über Internetsucht. Ein Blog hält die User über aktuelle Entwicklungen in der Forschung auf dem Laufenden. Entwickelt und umgesetzt wurde Deutschlands größte Datenbank zur Internetsucht von einem Forschungsteam der Sektion für Suchtmedizin und Suchtforschung an der Tübinger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Finanzierung hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) übernommen.

Seriöse Informationen rund um die Internetsucht

„Uns ist wichtig, dass Forschungsergebnisse Betroffene direkt, praktisch und alltagsnah erreichen“, sagt Projektleiter Dr. Kay Uwe Petersen. „Darum haben wir erstehilfe-internetsucht.de entwickelt. Die Online-Adressdatenbank unterstützt Menschen, die ihre Internetnutzung als riskant, problematisch oder abhängig einstufen bei der Suche nach Hilfsangeboten.“

Mit ihrem Projekt wollen die Wissenschaftler Internetsüchtigen langfristig Orientierung geben. Es sei wichtig, verständlich zu erklären, welche Hilfsmöglichkeiten es überhaupt gebe – von der ambulanten Beratung und Therapie bis hin zur Tagesklinik oder zum stationären Klinikaufenthalt, erklärt Psychologin Sara Hanke, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts. „Mit dynamischen und lebendigen Inhalten zum Beispiel in Form eines Blogs möchten wir Betroffene jeden Alters und Hintergrunds erreichen.“

 

Safer Internet Day

Die Datenbank funktioniert mit einer Postleitzahlsuche und basiert auf dem Projekt „Angebote bei internetbasiertem Suchtverhalten (ABiS)“. Sie wurde pünktlich zum „Safer Internet Day“ am 7. Februar freigeschaltet. Ziel des von der Europäischen Union initiierten Gesundheitstags, der jedes Jahr am zweiten Tag der zweiten Woche des zweiten Monats stattfindet, ist es, Menschen aller Altersgruppen dazu zu bewegen, der Sicherheit im Internet mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Dabei steht auch das Thema Internetsucht im Vordergrund. „Verliert man die Kontrolle, so dass schulische, berufliche oder soziale Verpflichtungen nicht mehr bzw. nur noch ungenügend erfüllt werden, kann eine „Internetsucht“ vorliegen“, sagt Kay Uwe Petersen. Wer diese Kriterien bei sich erfüllt sieht, kann sich nun im Netzt informieren, wo er geeignete Hilfe findet.

© Rostislav Sedlacek - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Sucht
 

Weitere Nachrichten zum Thema Internetsucht

| Viele Eltern betrachten mit Sorge den Internet-Konsum ihrer Kinder. Ihnen will die Broschüre „Online sein mit Maß und Spaß – Elternratgeber zum richtigen Umgang mit digitalen Medien“ der BZgA helfen. Darauf weist die Zentrale anlässlich des Safer Internet Day am 05. Februar 2019 hin.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Gesundheitsakademie, Oudenarder Straße 16, 13347 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.