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„Erste Erfolge im Kampf gegen Krankenhauskeime“

Die Bundesregierung sieht Deutschland bei der Bekämpfung von multiresistenten Krankenhauskeimen (MRSA) auf einem guten Weg. Demnach gehen die Infektionen seit 2011 zurück.
Klinikkeime - Hygieneprogramm wirkt

Multiresistente Krankenhauskeime sind auf dem Rückzug, so Staatsminister Braun.

„Erste Erfolge sind sichtbar, seit 2011 sehen wir einen massiven MRSA-Rückgang", sagte der Staatsminister im Bundeskanzleramt Professor Helge Braun bei einer Veranstaltung des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) zum Thema "Maßnahmen zur Vermeidung vom Krankenhausinfektionen" Mitte Januar in Berlin.

Ziel ist es laut Braun, 95 Prozent der Patienten zu identifizieren, die von multiresistenten Krankenhauskeimen betroffen sind, und danach eine konsequente Sanierung der MRSA-Patienten durchzuführen. Diesbezüglich sieht der Staatsminister aber noch Steigerungspotenzial: „Da müssen wir noch besser werden: durch gute, schnelle und günstige Screening-Verfahren und eine geeignete Risikoauswahl“, so Braun. 80 bis 90 Prozent der Infektionen könnten durch verstärkte Screening-Maßnahmen erfasst werden. Ein flächendeckendes Screening sei derzeit aber noch zu teuer, so Braun. Hier fordert der Staatsminister intelligente Lösungen.

Hohe Dunkelziffer bei Krankenhausinfektionen

Wie viele Menschen in Deutschland eine Krankenhausinfektion erleiden, ist nicht genau bekannt. Braun zufolge bewegen sich die Schätzungen in einem Bereich von 400.000 bis 600.000 Patienten jährlich. Diese hohe Zahl erklärt der Staatsminister zum einen damit, dass durch neue medizintechnische Verfahren immer ältere Patienten behandelt werden können. Weil das Immunsystem dieser Patienten teilweise geschwächt ist, gebe es immer mehr Risikopatienten in den Krankenhäusern. Ein weiterer Grund sei der hohe Arbeitsdruck in den Krankenhäusern. Braun, der selbst Medizin studiert hat, sagte, dass rund ein Drittel der Krankenhausinfektionen vermieden werden könnte, „wenn Hygienemaßnahmen konsequent umgesetzt werden würden“.

 

Händehygiene ist zentral im Kampf gegen Krankenhauskeime

Große Bedeutung misst Braun der Händehygiene bei. Als positives Beispiel nannte er die „Aktion Saubere Hände“. Wichtig sei außerdem die Auswahl der richtigen Medizinprodukte, auch mit Blick auf die Möglichkeiten zur Aufbereitung. Braun plädierte dafür, dass Sicherheitsprodukte in den Kliniken konsequenter eingesetzt werden.

Der Staatsminister macht sich auch dafür stark, die Bevölkerung besser über präventive Hygienemaßnahmen aufzuklären. Multiresistenzen müssten wieder die Ausnahme werden. Der Maßnahmenplan der Bundesregierung im Kampf gegen Klinikkeime umfasst nach Angaben des Staatsministers ein Fördervolumen von 365 Millionen Euro für Hygienepersonal. Das Hygieneförderprogramm ist bis 2019 verlängert worden.

Braun ging auch auf die internationale Ebene ein. Er forderte weltweite Forschungsanstrengungen, um neue Wirkansätze bei Antibiotika zu entwickeln. Dazu müssten wirtschaftliche Anreize gesetzt werden, etwa durch mehr Forschungsförderung oder längere Patentlaufzeiten.

 

Foto: Alexander Raths - fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
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