Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
19.12.2019

Erkältung senkt das Risiko für eine Grippe-Infektion

Wer eine Erkältung hat, hat ein niedrigeres Risiko, an Grippe (Influenza) zu erkranken. Das besagt eine neue Studie britischer Forscher.
erkältet, erkältung, schnupfen, grippaler infekt

Wer sich mit Erkältungsviren infiziert hat, ist in der Zeit besser gegen Grippe-Viren geschützt

Wer eine Erkältung hat, hat ein niedrigeres Risiko an Grippe (Influenza) zu erkranken. Denn es ist weniger wahrscheinlich, dass sich Menschen mit dem Influenza-Virus infizieren, wenn die bereits mit einem Rhinovirus infiziert sind. Das besagt eine Studie von Wissenschaftlern des Medical Research Council des University of Glasgow Centre for Virus Research

Es wurde bereits beobachtet, dass Erkältungsinfektionen in der Grippesaison seltener auftreten und umgekehrt. Die neue Studie, die in der Zeitschrift Proceedings der National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, ist die erste Studie mit genügend Stichproben, um diese Wechselwirkung sowohl auf Bevölkerungsebene als auch auf individueller Ebene nachweisen zu können.

Patienten-Proben auf Atemwegsviren getestet

Bei 36.157 Patienten mit 44.230 Fällen akuter Atemwegserkrankungen wurden Proben genommen und über einen Zeitraum von neun Jahren auf 11 Arten von Atemwegsviren getestet. Anhand dieser Daten stellten die Forscher fest, dass 35 Prozent positiv auf ein Virus getestet wurden, aber nur 8 Prozent mit mehr als einem Virustyp koinfiziert waren.

Die auffälligste Wechselwirkung bestand zwischen Influenza-A-Viren und Rhinoviren, die Erkältungskrankheiten verursachen können. Die Computermodellierung der Daten ergab, dass die hemmenden Wechselwirkungen zwischen Influenza und Rhinoviren sowohl bei Einzelpersonen als auch auf Bevölkerungsebene auftraten.

 

Erkältung senkt das Risiko für eine Grippe-Infektion

Patienten mit Influenza A waren mit einer um 70 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit auch mit Rhinoviren infiziert als Patienten, die mit den anderen Virustypen infiziert waren. Eine Erkältung senkt folglich das Risiko für eine Grippe-Infektion – und umgekehrt.

Studienautor Dr. Sema Nickbakhsh: "So wie Löwen und Hyänen in der Serengeti um Nahrungsressourcen konkurrieren, glauben wir, dass Atemwegsviren um Ressourcen in den Atemwegen konkurrieren können. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die wir untersuchen: Diese Viren konkurrieren um die Infizierung von Zellen im Körper, oder die Immunantwort auf ein Virus erschwert es einem anderen Virus, dieselbe Person zu infizieren."

Bessere Methoden um Viren abzuwehren

Das Verständnis, wie diese unterschiedlichen Viren sich gegenseitig hemmen, könnte der öffentlichen Gesundheitsplanung helfen, Prognosemodelle zu verbessern, die Ausbrüche von Atemwegserkrankungen vorhersagen, und Strategien zur Kontrolle der Ausbreitung von Krankheiten entwickeln, so die Wissenschaftler.

Studienleiter Dr. Pablo Murcia sagte: "Mein Team führt derzeit Experimente durch, um zu verstehen, wie Atemwegsviren, einschließlich Influenza und Rhinovirus, interagieren. Wenn wir verstehen, wie Viren interagieren und wie bestimmte Virusinfektionen sich gegenseitig begünstigen oder hemmen können, können wir vielleicht bessere Methoden entwickeln, um Viren abzuwehren."

Foto: pormezz/adobe.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Grippe
 

Weitere Nachrichten zum Thema Grippe

12.01.2018, aktualisiert: 20.02.2020

Nur bei den wenigsten grippalen Infekten handelt es sich um eine echte Grippe. Die Symptome von Grippe und Erkältung sind zwar sehr ähnlich. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied. In der aktuellen Grippesaison 2019/2020 sind bereits 130 Menschen in Deutschland an der Grippe gestorben.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Eine mögliche Nebenwirkung der Covid-19-Impfung mit AstraZeneca ist die Hirnvenen-Thrombose. Geimpfte mit Kopfschmerzen sollten deshalb umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Warum? Eine Schwellung des Sehnervs ist das häufigste klinische Anzeichen dieser Impfkomplikation. So lässt sich ein Verdacht am schnellsten bestätigen – oder ausschließen.

Chinin ist ein altes Hausmittel gegen fiebrige Erkältungskrankheiten. Wissenschaftler aus Tübingen wollen die antivirale Wirkung nun im Kampf gegen COVID-19 nutzen. Erste Experimente an Zellkulturen zeigten bereits Erfolge.

Wer einen nachgewiesenen Vitamin D-Mangel hat, sollte sich öfter unter freiem Himmel bewegen oder – wenn das nicht reicht – Vitamin D-Präparate zu sich nehmen. Doch nicht jeder benötigt zusätzliches Vitamin D, selbst im Winter nicht.
 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin