Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
10.04.2012

Erhöhtes Risiko bei Hausgeburten

Eine grosse Studie mit fast 65.000 Schwangeren in Grossbritannien hat gezeigt, dass die Hausgeburt mit einem erhöhten Risiko für Mutter und Kind verbunden ist. Auch in Deutschland endet jede zehnte Hausgeburt in einer Klinik.
Erhöhtes Risiko bei Hausgeburten

Yvonne Jäger/pixelio

Eigentlich waren die britischen Wissenschaftler angetreten, um zu beweisen, dass die Entbindung zu Hause sicher und risikoarm ist. Stattdessen zeigte sich, dass 45 Prozent der Erstgebärenden während der geplanten Hausgeburt in eine Klinik transportiert werden mussten, weil die Hebammen auftretende Komplikationen nicht mehr beherrschen konnten. Dies geht aus einer im November 2011 veröffentlichten Studie aus Grossbritannien hervor. Schwere Komplikationen wie Hirnschäden, Armlähmungen, Lungenprobleme oder Knochenbrüche des Babys traten demnach bei den Hausgeburten in 9,3 von 1 000 Fällen auf. Nach Entbindungen in der Klinik wurden schwere Komplikationen nur in 5,3 von 1 000 Entbindungen gefunden.

Hausgeburten, die im Krankenhaus enden

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) muss auch in Deutschland fast jede zehnte Schwangere, die ihre Entbindung als Hausgeburt begonnen hat, während der Geburt in eine Klinik transportiert werden, weil unvorhergesehene Komplikationen auftreten: Geburtsstillstand, Blutungen, Gefährdung des Kindes durch Sauerstoffmangel und andere. "Bei mehr als der Hälfte dieser Frauen muss dann ein Kaiserschnitt vorgenommen oder die Entbindung mit einer Saugglocke oder Zange beendet werden", sagt DGGG Präsident Prof. Dr. Klaus Friese. Die Sterblichkeit von Neugeborenen liege nach Hausgeburt um etwa ein Drittel höher als nach einer Klinikgeburt bei gleicher Schwangerschaftsdauer.

Ähnlich bedrückende Zahlen sind aus den Niederlanden bekannt, in denen Hausgeburten einen Anteil von etwa 20 % an allen Geburten haben. Hier liegt die Sterblichkeit der Säuglinge nach der Geburt bei Hausgeburten sogar um den Faktor 2,3 höher als bei Klinik-Geburten. Sie gehört zu den höchsten in ganz Europa.

"Die grösstmögliche Sicherheit für Mutter und Kind während der Geburt kann nur in einer Geburtsklinik gewährt werden, weil hier auf unvorhersehbare Notsituationen sofort und ohne zeitraubenden Transport der Gebärenden mit dem gesamten ärztlich sinnvollen Behandlungsspektrum reagiert werden kann", sagt Klaus Friese. Diese hohen Standards in Frage zu stellen würde bedeuten, die Sicherheit und die Gesundheit von Mutter und Kind zu gefährden.

 
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Geburt , Schwangerschaft
 

Weitere Nachrichten zum Thema Geburt

16.08.2018

Auch Väter können am Baby-Blues leiden. Das geht aus einer US-Studie hervor. Schon lange bekannt ist, dass einige Mütter nach der Entbindung eine sogenannte postpartale Depression entwickeln.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Wer ins Krankenhaus geht, ohne Notfallpatient zu sein, kann sich die Klinik aussuchen. Am wichtigsten sind Patienten dabei Hygiene und Sauberkeit. Erst auf Platz zwei folgt die Spezialisierung auf bestimmte Fachgebiete. Ob die Klinik groß oder klein ist, spielt kaum eine Rolle. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie im Auftrag der Hamburger Asklepios-Kliniken zu planbaren Behandlungen im Krankenhaus.


Klimaanlagen, Zigarettenqualm, langes Sitzen vorm PC-Bildschirm: So können situativ trockene Augen entstehen, die reiben und schmerzen. Trockene Augen können aber auch eine chronische Krankheit sein. Hier ein paar Tipps dazu von Experten.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin