. Fettstoffwechselstörungen

Erhöhte Cholesterinwerte schon bei Kindern

Immer mehr Kinder weisen erste Anzeichen von Fettstoffwechselstörungen auf. Darauf macht die Deutsche Lipid-Liga im Vorfeld des „Tags des Cholesterin“ aufmerksam. Schon ab dem zehnten Lebensjahr sollten daher die Cholesterin- und Triglyzeridwerte bestimmt werden.
Erhöhte Cholesterinwerte schon bei Kindern

Keine Vorerkrankung, aber schon erstes Anzeichen einer Fettstoffwechselstörung

Erhöhte Blutfettwerte tun nicht weh, schädigen aber auf lange Sicht das Herz-Kreislauf-System. Denn lagert sich Cholesterin an den Wänden der Blutgefäße ab, kommt es zur Arterienverkalkung (Atherosklerose). Und die wiederum erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Laut der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) zeigen sich bei immer mehr Kindern ohne Vorerkrankungen erste Anzeichen von Stoffwechselstörungen. Werden solche leichten Veränderungen früh im Kindesalter erkannt, lassen sie sich aber rückgängig machen und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall kann so entschärft werden.

Fettstoffwechselstörungen: frühe Veränderungen noch reversibel

„Jeder sollte seine Cholesterin- und Triglyzeridwerte bestimmen lassen – am besten schon ab dem zehnten Lebensjahr“, raten die Experten der Lipid-Liga. Besonders bei übergewichtigen Kindern oder Kindern mit Diabetes sollten die Eltern die Blutfettwerte im Blick haben. So zeigen Untersuchungen von übergewichtigen Grundschulkindern ohne bekannte Vorerkrankungen, dass bereits drei Viertel der übergewichtigen Kinder im Alter zwischen fünf und acht Jahren Anzeichen von gewichtsbedingten Stoffwechsel­störungen wie Bluthochdruck, erhöhte Insulinwerte sowie Cholesterin- und Triglyzeridwerte im Blut auf weisen. Auch Kinder und Jugendliche, die an Diabetes mellitus Typ 1 leiden, haben ein erhöhtes Risiko, eine Atherosklerose und Folgeerkrankungen zu entwickeln. „Wir wissen aber, dass anfängliche Schädigungen rückgängig gemacht werden können, wenn Fettstoffwechselstörungen und erste Anzeichen für eine Atherosklerose schon früh festgestellt werden“, sagt Prof. Dr. Karl Otfried Schwab, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin an der Universität Freiburg.

Fettstoffwechselstörungen manchmal erblich

Darüber hinaus werden einige Fettstoffwechselstörungen mitunter vererbt. Sind in der Familie erhöhte Cholesterinwerte bekannt oder gibt es Fälle von Herzinfarkt oder Schlaganfall, sollten laut Lipid-Liga schon bei Kindern im Vorschulalter die Blutfettwerte bestimmt werden.

Die Fachgesellschaft appelliert deshalb zum Tag des Cholesterins am 20. Juni an alle Eltern, schon früh an später zu denken und bei sich und ihren Kindern Cholesterinwerte bestimmen zu lassen. „Je früher auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und Nichtrauchen geachtet wird, desto größer sind die Chancen, sich gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen, so die Experten.

Die Kassen zahlen ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre die Bestimmung des Gesamtcholesterins. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auf eigene Kosten einen Schnelltest der Blutfettwerte auch in der Apotheke durchführen lassen. Ein Tropfen Blut aus dem Finger reicht dafür aus.

Foto: © Ivan Montero - Fotolia.com

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
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