Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
15.03.2021

EMA hält an AstraZeneca-Impfstoff fest

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hält am AstraZeneca-Impfstoff fest. Nach einem Todesfall haben einige Länder die Impfungen vorerst ausgesetzt. EU-weite Fallzahlen helfen, das Geschehen besser einzuordnen.
Europas Arzneimittelagentur hält nach Berichten über mögliche schwere Nebenwirkungen am AstraZeneca-Impfstoff fest

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hält am AstraZeneca-Impfstoff fest. In zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung gab es in Dänemark einen Todesfall aufgrund von Blutgerinnseln, weitere Personen erlitten Thrombosen. Dänemark, Norwegen, Island und Bulgarien haben die Impfungen daher vorerst ausgesetzt.

Bislang gibt es keine Hinweise, dass der Todesfall in Dänemark mit der Corona-Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca in kausaler Verbindung steht, heißt es jetzt beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Auch aus Österreich wurde ein solcher Todesfall zeitnah zu einer Impfung berichtet, zwei weitere Personen erlitten Lungenembolien. EU-weite Fallzahlen helfen, das Geschehen besser einzuordnen.

Elf Fälle bei 1,2 Millionen Geimpften

Bis zum 10. März 2021 wurden laut EMA 30 Fälle von thromboembolischen Ereignissen bei mehr als fünf Millionen mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpften Personen im Europäischen Wirtschaftsraum gemeldet. Diese Anzahl ist nicht höher als die Zahl der thromboembolischen Ereignisse, die statistisch zufällig in der exponierten Bevölkerung auch ohne Impfung vorkommen würden. Thromboembolien sind nicht so selten und treten pro Jahr bei ein bis drei von 1000 Personen auf.

In Deutschland sind bis zum 11. März 2021 insgesamt elf Meldungen über unterschiedliche thromboembolische Ereignisse bei etwa 1,2 Millionen Impfungen berichtet worden. Vier Personen verstarben.

 

EMA hält an AstraZeneca-Impfstoff fest

In der Zusammenschau der derzeit verfügbaren Informationen zu den deutschen und internationalen Meldungen zu thromboembolischen Ereignissen nach Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff AstraZeneca gibt es derzeit keinen Hinweis, dass die Impfung diese Erkrankungen verursacht hat, betont das PEI.

Aus seiner Sicht überwiegt der Nutzen der Impfung die bekannten Risiken. So sieht es auch die EMA und hält an dem AstraZeneca-Impfstoff fest.

Schwere allergische Reaktionen auf Nebenwirkungs-Liste

Der Pharmakovigilanz-Ausschuss der EMA (PRAC) hat derweil empfohlen, schwere allergische Reaktionen wie Anaphylaxie und Überempfindlichkeitsreaktionen in die Nebenwirkungsliste des Impfstoffs aufzunehmen.

Das Update basiert auf einer Überprüfung von 41 Berichten über mögliche Anaphylaxie bei rund fünf Millionen Impfungen in Großbritannien. In einigen dieser Fälle sei ein Zusammenhang mit dem Impfstoff wahrscheinlich. Grundsätzlich gilt: Jeder Geimpfte muss 15 Minuten nachbeobachtet werden. Personen, die nach der ersten Dosis des Impfstoffs eine solche Reaktion entwickeln, sollten keine zweite Dosis erhalten.

Foto: Adobe Stock/Ink Drop

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema AstraZeneca

08.11.2020, aktualisiert: 23.02.2021

Einen Impfstoff zu entwickeln, geht heute viel schneller als noch vor einigen Jahren. Neue Technologien und Vorerfahrung mit Impfstoffprojekten gegen verwandte Viren machen diese Beschleunigung möglich. Zu den noch kaum bekannten, aber vielversprechenden Impfstoffkandidaten gegen die Coronaviruserkrankung gehören auch die sogenannten Vektor-Impfstoffe.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alkohol ist ein Zellgift, das offenbar auch Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, dass sich selbst bei ansonsten gesunden Menschen das Risiko für Vorhofflimmern signifikant erhöht. Demnach haben schon kleine Mengen einen negativen Effekt.

Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin