. EU-Arzneimittelbehörde

EMA empfiehlt Truvada zur HIV-Prophylaxe

Die EU-Arzneimittelbehörde hat am Freitag die Zulassung von Truvada für die HIV-Prophylaxe empfohlen. Die sogenannte PrEP-Therapie soll Risikogruppen vor einer HIV-Infektion schützen.
Truvada gegen HIV: Zulassungsempfehlung der EMA für nicht infizierte Menschen verabschiedet

Truvada gegen HIV: Zulassungsempfehlung der EMA für nicht infizierte Menschen verabschiedet

Grünes Licht für die HIV-Prophylaxe mit Truvada: Die EU-Arzneimittelbehörde sich hat vergangene Woche für eine Zulassung des HIV-Medikaments bei dieser Indikation ausgesprochen. Bislang ist die sogenannte PrEP-Therapie nur für HIV-Infizierte zugelassen. Künftig könnten auch Menschen, die einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, das HIV-Mittel verschrieben bekommen - allerdings nur in Kombination mit Safer-Sex-Maßnahmen wie Kondomen. Denn das Medikament allein biete keinen ausreichenden Schutz vor einer HIV-Infektion, betonte die EMA.

Truvada reduziert Ansteckungsrisiko

Studien hatten gezeigt, dass Truvada bei Männern, die Sex mit HIV-positiven Männern haben, das Ansteckungsrisiko um 42 Prozent senkt. Bei heterosexuellen Paaren betrug dieser Wert 75 Prozent.

Mit der Zulassungs-Empfehlung versucht die EMA, die Infektionskette von HIV zu unterbrechen. Wie auf der Welt-AIDS-Konferenz in Durban Mitte Juli berichtet wurde, steigen in vielen Ländern die Infektionsraten dramatisch an. In Asien ist die Neuinfektionsrate seit 2010 um 57 Prozent gestiegen, Russland gehört zu den am stärksten betroffen Ländern.

Die Europäische Kommission muss der Empfehlung nun noch zustimmen. Wenn dies geschehen ist, muss jedes EU-Land entscheiden, ob es die Therapie für nicht HIV-Infizierte auch bezahlt.

Kein 100prozentiger Schutz

Truvada hilft die Vermehrung des Virus im Körper zu stoppen. 2005 war das Medikament erstmals für HIV-Infizierte zugelassen worden - in Kombination mit mindestens einem anderen antiviralen HIV-Medikament. Der Schutz setzt allerdings eine hohe Compliance voraus.

In den USA ist Truvada bereits seit 2012 zur Prävention vor HIV-Infektionen zugelassen. Wegen des nicht 100prozentigen Schutzes fürchten Kritiker, das Mittel könnte dazu verleiten, das HIV-Infektionsrisiko zu unterschätzen.

Foto: Syda Productions - Fotolia.com

Autor: ham
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: HIV , HIV / AIDS , Arzneimittel

Weitere Nachrichten zum Thema HIV

| Das HIV-Medikament Isentress darf weiter angeboten werden, obwohl der Patentinhaber dagegen kämpft. Das hat der Bundegerichtshof nun entschieden. Das Medikament verlangsamt die Ausbreitung des HI-Virus im Körper, kann die Erkrankung jedoch nicht heilen.
| Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Leitlinien zur HIV-Therapie geändert: Demnach sollen HIV-Infizierte schon unmittelbar nach der Diagnose eine antiretrovirale Therapie erhalten - und nicht erst, wenn die Infektion symptomatisch wird.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Regelschmerzen sind für viele Frauen bis zu einem gewissen Punkt normal. Werden sie jedoch unerträglich, kann eine Endometriose dahinterstecken, eine chronische Erkrankung, die zur Unfruchtbarkeit führen kann. Die Diagnose ist schwierig, und auch die Therapie kann kompliziert sein.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) überprüfte anhand von Blut- und Urinproben die Versorgung der Deutschen mit Vitamin D, Folat, Natrium, Kalium und Jod. Ergebnis: Deutschen mangelt es an Vitamin D.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.