Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
29.05.2019

Elektrische Zahnbürsten schützen besser vor Zahnverlust

Die Verwendung einer elektrischen Zahnbürste schützt besser vor Zahnverlust als der Einsatz einer herkömmlichen Zahnbürste. Das geht aus einer Studie der Universität Greifswald hervor.
elektrische zahnbürste, zahnpflege, zähneputzen, zahncreme, mundgesundheit

Elektrische Zahnbürsten beugen besser Parodontitis vor als Handzahnbürsten

Die Verwendung einer elektrischen Zahnbürste schützt besser vor Zahnverlust als der Einsatz einer herkömmlichen Zahnbürste. Das geht aus einer Studie der Universität Greifswald hervor, die im Journal of Clinical Periodontology veröffentlicht wurde.

Die elfjährige Beobachtungsstudie erforschte den Zusammenhang zwischen der Benutzung einer elektrischen Zahnbürste und Parodontitis, Karies und Anzahl der vorhandenen Zähne. Die Studie umfasste 2.819 Erwachsene aus der Greifswalder Gesundheitsstudie "Study of Health in Pomerania" (SHIP), die von 2002 bis 2006 sowie nach sechs und elf Jahren erneut untersucht wurden.

Weniger Zahnfleischtaschen, weniger Schaden am Zahnhalteapparat

Zu Studienbeginn verwendeten 18 Prozent der Studienteilnehmer, nach elf Jahren 37 Prozent eine elektrische Zahnbürste. „Elektrische Zahnbürsten sind in Deutschland in allen Altersgruppen beliebter geworden, aber nur wenige Studien haben ihre Langzeitwirksamkeit getestet", sagt Studienautor Dr. Vinay Pitchika.

Ergebnis seiner Untersuchung: Elektrisches Zähneputzen war mit weniger Zahnfleischtaschen und weniger Verlust am Zahnhalteapparat verbunden. Dies zeigte sich in einem um 22 Prozent geringeren Zuwachs an der Zahntaschentiefe (Sondierungstiefe) und einem um 21 Prozent gringeren klinischen Substanzverlust im Zahnfleischhalteapparat (Attachmentverlust) im Vergleich zu manuellen Zahnbürstenbenutzern.

 

Elektrische Zahnbürsten schützen besser vor Zahnverlust

Insgesamt hatten Anwender von elektrischen Zahnbürsten während der Beobachtungszeit im Schnitt ein Fünftel (20 Prozent) weniger Zahnverlust als Anwender von manuellen Zahnbürsten. Sie verlorene durchschnittlich 0,4 Zähne weniger in den elf Jahren. Elektrische Zahnbürsten schützen also besser vor Zahnverlust

In einem gesunden Mund sitzt das Zahnfleisch fest um jeden Zahn. Bei der Parodontitis handelt es sich um eine durch bakteriellen Zahnbelag verursachte Entzündung des Zahnfleisches, die im weiteren Verlauf zur Zerstörung des Zahnhalteapparates und zum Zahnverlust führt. Mehr als jeder zweite Erwachsene in Deutschland leidet daran.

Bei schwerer Parodontitis kann nur der Zahnarzt helfen

"Wenn die Teilnehmer nach Schweregrad der Parodontitis eingeteilt wurden, wurden signifikante Zusammenhänge zwischen elektrischem Zähneputzen und weniger Schäden am Zahnfleisch nur bei Personen mit leichter und mäßiger Parodontitis gefunden. Bei Probanden mit schwerer Parodontitis bestand kein Zusammenhang zwischen dem elektrischen Zähneputzen und dem weiteren Zuwachs an Sondierungstiefe und Attachmentverlust", erläutert  Zahnmediziner Pitchika.

Menschen, die bereits eine relativ gute Mundgesundheit und keine oder eine geringfügige Parodontalerkrankung haben, profitieren am meisten von der elektrischen Zahnbürste. Patienten mit schwerer Parodontitis benötigen jedoch eine medizinische Parodontalbehandlung, so der Wissenschaftler. Da kann nur der Zahnarzt helfen.

Elektrische Zahnbürste schützt nicht besser vor Karies

Frauen und Männer mit guter Mundgesundheit waren tendenziell jünger, die mit Parodontitis in der Regel älter. Frühere Studien hatten gezeigt, dass elektrische Zahnbürsten für die Plaquekontrolle bei älteren Menschen geeignet sind, die eine verringerte Feinmotorik haben.

Kein Zusammenhang konnte zwischen der Verwendung von elektrischen Zahnbürsten und Karies festgestellt werden: "Es ist davon auszugehen, dass Fluorid in Zahnputzcremes eine wichtigere Rolle bei der Vorbeugung von Karies oder der Verringerung der Kariesprogression spielt", so Pitchika abschließend.

Foto: alexander borisenko/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Zahnmedizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Zahnpflege

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alzheimer gehört neben Krebs zu den am meisten gefürchteten Krankheiten. Wie sich das Risiko für den Gedächtnisschwund senken lässt, zeigt ein neuer kostenloser Online-Kurs der Alzheimer Forschung Initiative.


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin