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Einnahme der Pille trotz Schwangerschaft erhöht Missbildungsrate nicht

Dienstag, 19. Januar 2016 – Autor:
Nehmen Frauen in den ersten Wochen einer Schwangerschaft noch orale Kontrazeptiva ein, beeinträchtigt dies einer aktuellen Studie zufolge nicht die Gesundheit des Kindes. Dennoch sollte die Pille natürlich abgesetzt werden, sobald die Schwangerschaft bemerkt wird.
Pille trotz Schwangerschaft

Die Antibabypille ist offenbar unschädlich für das ungeborene Kind

Obwohl die Antibabypille als Verhütungsmittel vergleichsweise sicher ist, kommt es immer wieder vor, dass Frauen trotz der Einnahme schwanger werden. Das kann an Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten liegen, an Einnahmefehlern oder auch an bestimmte Krankheiten. Wenn die Frauen dann noch länger die Pille einnehmen, weil sie von der Schwangerschaft nichts bemerken, ist hinterher die Sorge groß, dass dies dem ungeborenen Kind geschadet hat. Eine Studie kam nun zu dem Ergebnis, dass die Einnahme der Antibabypille trotz Schwangerschaft ungefährlich ist.

Keine erhöhte Fehlbildungsrate nachweisbar

Für die Analyse wertete Brittany Charlton von der Harvard Chan School of Public Health in Boston die Daten von über 880.000 Müttern und Kindern aus einem dänischen Patientenregister und weiteren Quellen aus. Die meisten Frauen hatten die Einnahme der Antibabypille länger als drei Monate vor dem Eintreten der Schwangerschaft beendet. Acht Prozent nahmen die Pille noch weniger als drei Monate vor Beginn der Schwangerschaft ein, und ein Prozent wurde sogar schwanger, obwohl die Frauen immer noch die Pille nahmen. Während es bei 25,1 Prozent der Frauen, die länger als drei Monate vor der Schwangerschaft die Pilleneinnahme beendet hatten, zu Fehlbildungen der Kinder kam, waren es bei den anderen 24,9 beziehungsweise 24,8 Prozent.

Interessanterweise war damit das Risiko für Fehlbildungen in der Gruppe, die orale Kontrazeptiva schon früh abgesetzt hatte, sogar etwas höher als bei den Frauen, die noch kurz vor oder sogar bei Eintritt der Schwangerschaft die Pille einnahmen. Nach Ansicht von Charlton sollte man das allerdings nicht überinterpretieren. Ihrer Meinung nach erklären andere Faktoren die leicht erhöhte Fehlbildungsrate, beispielsweise das Körpergewicht. Denn wie die Forscherin erklärt, nehmen übergewichtige Frauen aufgrund des erhöhten Thromboserisikos seltener die Pille ein, während Adipositas das Fehlbildungsrisiko des Kindes wiederum leicht erhöht.

 

Auf Medikamente in der Schwangerschaft möglichst verzichten

Eine andere mögliche Erklärung wäre, dass Frauen, welche die Pille absetzen, dies bewusst tun, um schwanger zu werden und sich demnach auch allgemein auf eine Schwangerschaft vorbereiten. Frauen, die hingegen nie die Pille genommen haben, sind vielleicht öfter ungeplant schwanger geworden und haben sich dementsprechend nicht mit gesünderer Ernährung, Folsäurepräparaten und ähnlichem vorbereitet.  

Die Studie bestätigt frühere Untersuchungen, die ebenfalls gezeigt hatten, dass die Einnahme der Antibabypille in einer frühen Phase der Schwangerschaft die Rate von Missbildungen nicht erhöht. Dennoch raten Experten, in der Schwangerschaft grundsätzlich auf alle Medikamente zu verzichten, die nicht unbedingt notwendig sind.

Foto: © thingamajiggs - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
 

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