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Einige hatten im Corona-Lockdown weniger Stress als vor der Krise

Ein Viertel empfand während des Lockdowns weniger Stress vor der Corona-Krise. Das ergab eine Umfrage der Universität Basel. Grund: Mehr Zeit für Erholung und Entlastung durch weniger Verpflichtungen.
Stricken, Hobby

Wer sich vermehrt seinem Hobby zuwandte, hatte weniger Stress in der Zeit des Corona-Lockdown

26 Prozent der Befragten fühlten sich während des Corona-Lockdowns weniger gestresst als vor der Krise. Die Stressabnahme hing bei ihnen mit der gewonnenen Zeit für Erholung und mit der Entlastung durch die Reduktion beruflicher oder schulischer, aber auch privater Verpflichtungen zusammen. Nach dem Ende des Lockdowns waren es sogar 32 Prozent, die sich weniger gestresst fühlten als vor der Coronakrise.

Das zeigt eine Umfrage der Universität Basel. Weiteres Erebnis: Personen, die sich in der Zeit des Corona-Lockdown vermehrt ihrem Hobby oder einem neuen Projekt zuwandten und körperlich aktiv waren, verzeichneten im Durchschnitt einen geringeren Stressanstieg in der Krise.

Veränderungen bei der Arbeit und im Sozialleben

Die Untersuchung fand vom 11. Mai bis 1. Juni 2020 statt, also auf die Zeit der schrittweisen Lockerung der Massnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus. 10.303 Schweizer nahmen an der anonymen Online-Umfrage teil. Eine erste Erhebung fand im Lockdown zwischen dem 6. und 8. April statt. 

Im Lockdown fühlten sich rund 50 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden gestresster als vor der Coronakrise, in der Zeit der Lockerungen waren es immer noch 40 Prozent. Zu den Haupttreibern der Stress-Zunahme zählen die Belastung durch Veränderungen bei der Arbeit oder Ausbildung sowie die Belastung durch das eingeschränkte Sozialleben. Das berichtet das Forschungsteam um Prof. Dominique de Quervain. 28 Prozent der Befragten gaben keine Veränderung im Stressempfinden an. Im Lockdown waren dies 24 Prozent.

 

Häufigkeit schwerer depressiver Symptomatik bleibt erhöht

Die Zunahme von Stress durch die Coronakrise geht mit einer Zunahme depressiver Symptome einher. Die Häufigkeit einer schweren depressiven Symptomatik bleibt mit knapp 12 Prozent auch in der Zeit der Lockerungen erhöht (im Lockdown 9 Prozent).

Psychische Probleme in der Vergangenheit (vor der Coronakrise) erhöhen das Risiko, in der Coronakrise schwere depressive Symptome zu entwickeln. Diesen Zusammenhang stellten die Forschenden in beiden Erhebungszeiträumen fest.

Im Corona-Lockdown weniger Stress als vor der Krise

Ein Viertel hatte im Corona-Lockdown weniger Stress als vor der Krise. Rund ein Drittel der Befragten wiederum hat während der Coronakrise keine wesentlichen depressiven Symptome entwickelt und hatte auch vor der Krise keine. In dieser Gruppe waren Personen mittleren und fortgeschrittenen Alters (ab 55 Jahren) und Männer überproportional vertreten. Dies ist erstaunlich, sind es doch ältere Menschen und Männer, die durch eine ernsthafte Viruserkrankung besonders gefährdet sind.

Während im Lockdown 57 Prozent der Befragten generell mehr Angst im Vergleich zu vor der Krise verspürt hatten, waren dies in der Zeit der Lockerungen mit knapp 41 Prozent deutlich weniger. Insbesondere die Angst vor einer ernsthaften Viruserkrankung und die Angst vor Versorgungsengpässen sind zurückgegangen.

Foto: Adobe Stock/Anatoliy Karlyuk

Autor: bab
Hauptkategorie: Corona
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