. Bundesversicherungamt

Einführung der Pflegegrade „überwiegend gut umgesetzt“

Die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade zum Jahresbeginn ist weitestgehend problemlos verlaufen. Dieses Fazit zieht das Bundesversicherungsamt neun Monate nach der Einführung des neuen Bewertungssystems zur Pflegebedürftigkeit.
Einführung der Pflegegrade erfolgreich

BVA: Einführung der Pflegegrade war problemlos.

Das Bundesversicherungsamt (BVA) als Aufsichtsbehörde der Kranken- und Pflegekassen zieht positive Bilanz zur Einführung der Pflegegrade. Sie ersetzen seit Januar 2017 die bisherigen Pflegestufen bei der Bewertung der Pflegebedürftigkeit durch die Medizinischen Dienste der Kranken- und Pflegekassen (MDK).

Die Änderung ging darauf zurück, dass ein neuer Begriff von Pflegebedürftigkeit eingeführt wurde. Er soll den Grad der Selbständigkeit ins Zentrum der Begutachtung durch den MDK stellen. Der MDK ordnet seitdem Pflegebedürftige einen von fünf Pflegegraden statt vorher drei Pflegestufen zu.

Einführung der Pflegegrade ist die größte Änderung in der Pflegeversicherung

Laut Bundesversicherungsamt stellt die Einführung der Pflegegrade die größte und bedeutsamste Änderung in der sozialen Pflegeversicherung seit ihrer Einführung im Jahr 1995 dar. Die Aufsichtsbehörde hat die praktische Umsetzung der neuen Regelungen schwerpunktmäßig bei zwölf Pflegekassen geprüft. Sie kam zu dem Ergebnis, dass es bei der Überleitung von Pflegestufen auf Pflegegrade zu keinen gravierenden Problemen gekommen sein. Bei 4396 geprüften Einzelfällen stellte sie 65 Fehler fest. Das entspricht einer Quote von 1,48 Prozent. In vielen Fällen fehlte die Zuordnung der Pflegebedürftigen zu der Gruppe der Pflegebedürftigen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, das heißt vor allem Demenzpatienten. Sie haben bei der Überleitung von Pflegestufen in Pflegegrade Anspruch auf eine höhere Eingruppierung.

Bei der Umsetzung der Regelungen des Besitzstandsschutzes für Pflegebedürftige in Heimen im Zusammenhang mit der Einführung des einrichtungseinheitlichen Eigenanteils stellte das Amt nur wenige Fehler fest. Mehr Fehler fanden die Prüfer der Kassenaufsicht dagegen mit Blick auf die Einhaltung der Regelungen zum Übergangsrecht im Zusammenhang mit der Rentenversicherungspflicht der Pflegepersonen.

Verstärkte Prüfungen mit Blick auf Rentenversicherungspflicht angekündigt

„Insgesamt ist festzustellen, dass die neuen gesetzlichen Regelungen überwiegend gut umgesetzt wurden. Lediglich die Qualität der Bearbeitung der Rentenversicherungspflicht der Pflegepersonen, die auch in der Vergangenheit häufiger zu Fehlerfeststellungen führte, muss noch weiter verbessert werden“, stellte BVA-Präsident Frank Plate fest. Er kündigte an, dass das BVA bei seinen Prüfungen dieses Thema weiterhin in den Fokus nehmen will.

Foto: tibanna 79 – fotolia.com

Hauptkategorie: Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Pflege , Pflegestufe , Pflegeversicherung

Weitere Nachrichten zum Thema Einführung der Pflegegrade

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Bei Frauen mit genetisch bedingtem Lungenhochdruck kann Östrogen eine Rolle bei der Erkrankung spielen. Experimente zeigen nun, dass Medikamente, die das Östrogen hemmen, der Erkrankung vorbeugen und auch zu ihrer Behandlung dienen können.
Knapp drei Millionen Tiere sterben in Deutschland jedes Jahr für die Forschung – viele davon umsonst, weil sich die Ergebnisse aus Tierversuchen oft nicht auf Menschen übertragen lassen. Nun wurde ein Modellsystem ausgezeichnet, das Tierversuche in der Schlaganfallforschung ersetzen soll.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.