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19.03.2012

Eierstockkrebs: Ultraschall-Screening ohne Nutzen

Eierstockkrebs wird meist im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Ein routinemässiges Ultraschall-Screening wird dennoch nicht zur Früherkennung empfohlen - der Nutzen ist bislang nicht belegt.
Eierstockkrebs: Ultraschall-Screening ohne Nutzen

Barmer GEK

Mit dem vaginalen Ultraschall hofft der Arzt, Tumore bei beschwerdefreien Frauen in einem möglichst frühen Stadium zu finden. Dann ist der Krebs oft noch gut zu behandeln oder sogar heilbar. Im günstigsten Fall trägt die Früherkennung also dazu bei, dass weniger Frauen an Eierstockkrebs sterben. Aus Sicht der Wissenschaft ist diese Hoffnung aber leider unberechtigt.

Eine gross angelegte Untersuchung mehrerer wissenschaftlicher Studien durch das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in 2011 hat gezeigt: Krebs im Frühstadium wird mit dem Eierstock-Ultraschall nicht häufiger festgestellt als ohne diese Untersuchung. Die Wissenschaftler fanden auch keinen Beleg dafür, dass eine frühe Behandlung die Sterblichkeit senken kann oder mit einer höheren Lebensqualität einhergeht.

Ultraschall-Screening: Nutzen

Da es derzeit keinen sicheren Nachweis für den Nutzen eines Ultraschall-Screening auf Eierstockkrebs gibt, wird die Untersuchung in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Einige Frauenärzte bieten die Untersuchung dennoch als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) und der GKV-Spitzenverband kritisieren dieses Vorgehen scharf und sprechen sogar von Schäden, die die Untersuchung anrichten könne. Meist sei ein operativer Eingriff notwendig, um Auffälligkeiten beim Ultraschall abzuklären. Aber: Nur bei einer von 20 operierten Frauen werde dann auch Krebs gefunden.

 

Früherkennung bei Eierstockkrebs

Ein routenmässiges Screening aller Frauen hält auch Prof. Dr. Uwe Ulrich, Gynäkologe am Berliner Martin-Luther-Krankenhaus, für nicht angezeigt das gebe die augenblickliche Datenlage nicht her. "Eierstockkrebs, ist der Krebs, der uns den grössten Kummer macht", sagte Prof. Dr. Uwe Ulrich, Gynäkologe am Berliner Martin-Luther-Krankenhaus auf dem Krebsaktionstag am 25. Februar in Berlin. "In etwa 80 Prozent der Fälle entdecken wir den Krebs erst dann, wenn er sich bereits im Bauchraum ausgebreitet hat." Eine "echte" Früherkennung wie etwa bei Brustkrebs oder Gebärmutterhalskrebs gebe es nicht, ebenso fehlten warnende Frühsymptome.

Erst im fortgeschrittenen Stadium stellten sich Blutungen, ein Druckgefühl oder die Zunahme des Leibesumfangs ein. Für eine Heilung sei es dann meist zu spät. Die Sterblichkeit bei Eierstockkrebs liegt ein Deutschland bei knapp 70 Prozent.

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