. Entwarnung

EHEC-Ausbruch gilt als beendet

Robert Koch-Institut registriert seit Wochen keine neuen Fälle im Rahmen des EHEC-Ausbruchs
EHEC-Ausbruch gilt als beendet

Gefährliche Erreger (Foto: nhi)

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den EHEC-Ausbruch als beendet erklärt. Seit 4. Juli 2011 wurden dem Institut keine neuen Fälle mehr gemeldet. Die intensivierte Überwachung von EHEC O104:H4 werde aber noch fortgesetzt. In Deutschland waren seit Anfang Mai über 4 300 Menschen an EHEC bzw. der schweren Verlaufsform HUS erkrankt, 50 Menschen starben. 

 

Da dem RKI seit mehr als drei Wochen keine neuen Fälle mehr gemeldet wurden, erklärte RKI-Präsident Reinhard Burger am 26. Juli 2011: "Damit ist der grösste EHEC-Ausbruch in Deutschland beendet. Meine Anerkennung gilt den vielen Beteiligten, die zur Aufklärung des Geschehens beigetragen und bei der Versorgung der Patienten so grossartige Arbeit geleistet haben".

Das Lagezentrum, das für das Management des Ausbruchs am 23. Mai 2011 im RKI eingerichtet worden war, wurde bereits geschlossen. Auch die Lageberichterstattung, mit dem aktuellen Sachstand auf den Internetseiten des RKI, erfolgt jetzt nicht mehr täglich sondern bedarfsabhängig.

Dennoch werde die intensivierte Überwachung (Surveillance) von EHEC O104:H4 weiterhin fortgesetzt, teilte das RKI mit. Auch nach dem Ende des Ausbruchs sollen etwaige Erkrankungen durch Infektion mit EHEC O104:H4 intensiv nachverfolgt und zeitnah dem RKI übermittelt werden. Das Robert Koch-Institut ist - wie sonst auch - über die infektionsepidemiologische Rufbereitschaft ständig erreichbar. Ärzte werden gebeten, bei Patienten mit blutiger Diarrhö an die Möglichkeit einer EHEC-Infektion zu denken und eine Diagnostik zum Nachweis des Erregers zu veranlassen.

In den kommenden Wochen und Monaten rechnet das RKI weiterhin mit mehr Meldungen über EHEC-Infektionen als in vergleichbaren Vorjahreszeiträumen. Gründe hierfür seien eine erhöhte Aufmerksamkeit für EHEC/HUS und eine vermehrt durchgeführte Diagnostik. Prinzipiell sei es möglich, dass auch nach Ausbruchsende noch einzelne Infektionsfälle mit dem Ausbruchsstamm auftreten. Diese Infektionen können durch Ausscheider übertragen werden, auch wenn diese keine Symptome (mehr) haben. Die Übertragung kann direkt von Mensch zu Mensch (Schmierinfektion) oder durch Lebensmittel erfolgen, die von Ausscheidern kontaminiert wurden. Das Institut rät deshalb, weiterhin zur Einhaltung persönlicher hygienischer und lebensmittelhygienischer Massnahmen.

Im Verlauf des Ausbruchsgeschehens wurden dem RKI insgesamt 4 321 Fälle gemeldet, davon 3469 EHEC-Fälle und 852 HUS-Fälle. Insgesamt 50 Patienten sind an dem Darmbakterium gestorben, darunter 18 EHEC-Erkrankte und 32 HUS-Patienten. Nach Angaben des European Centre for Disease Prevention and Control waren durch den Ausbruch in der Europäischen Union ausserhalb Deutschlands 76 EHEC-Fälle mit einem Todesfall und 49 HUS-Fälle aufgetreten.

 

Weitere Nachrichten zum Thema EHEC

| Mit "Rezeptbasierten-Restaurant-Kohortenstudie" machte das Robert Koch-Institut Sprossen als die wahrscheinliche Ursache des EHEC-Ausbruchs ausfindig, noch bevor am Freitag, 10. Juni der EHEC-Erreger O104:H4 erstmals auf dem verdächtigen Gemüse nachgewiesen werden konnte. Dank der Detektivarbeit der Berliner Experten gilt der Täter nun als überführt.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Betäubungsspritzen-Stiche, Schmerzen beim Bohren, Würgereiz: Zwei Drittel der Deutschen haben Angst davor, zum Zahnarzt zu gehen. Manche haben so sehr Angst, dass sie es gar tun – und sich am Ende die Zähne ruinieren. Dabei gibt es Wege, mit der Angst akzeptierend und konstruktiv umzugehen.
. Top-Termine
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Konferenzraum Friedrichshain (K1-E), Helios Klinikum Berlin-Buch
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.