. Ebola-Ausbruch in Westafrika

Ebola: Verbreitung in Deutschland höchst unwahrscheinlich

Nach neuesten Angaben der WHO sind mittlerweile fast 900 Menschen in Westafrika an Ebola gestorben. Die Sorge wächst, das Virus könnte auch nach Deutschland eingeschleppt werden. Experten beschwichtigen.
In Deutschland ist man auf das Ebola Virus gut vorbereitet, wie hier am Frankfurter Flughafen

In Deutschland ist man auf das Ebola Virus gut vorbereitet, wie hier am Frankfurter Flughafen

Das Robert Koch-Institut hält eine Ausbreitung des Ebola-Virus in Deutschland für höchst unwahrscheinlich. Es sei zwar theoretisch denkbar, dass Reisende die Krankheit nach Deutschland oder Europa mitbringen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Instituts. Eine Gefährdung der Bevölkerung durch eine Weiterverbreitung bestehe jedoch nicht, weil es in Deutschland und Europa alle Voraussetzungen zur sicheren Versorgung Betroffener gebe. Das heißt konkret: Sollte tatsächlich ein Ebola Infizierter nach Deutschland einreisen, käme er sofort in eine Sonderisolierstation. Bestätigt sich der Verdacht, würden sämtliche Mitreisende in Spezialkliniken zur Untersuchung gebracht. Eine Verbreitung der Erkrankung könne so sofort eingedämmt werden, sagte RKI Sprecherin Susanne Glasmacher.

Ebola Verdachtsfälle würden in Deutschland sofort isoliert

In Deutschland gibt es neun Zentren, die auf die Therapie von Ebola spezialisiert sind: Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Leipzig, Frankfurt, Würzburg, Saarbrücken, Stuttgart, München. Die größte Isolierstation für Patienten mit hochansteckenden Krankheiten befindet sich in Berlin und bietet 22 Betten. Derartige Einheiten verfügen zum Beispiel über eine eigene Luftzufuhr, die beim Absaugen durch Hochleistungsfilter gereinigt wird. Die Mitarbeiter tragen Schutzkleidung und müssen spezielle Schleusen passieren, um zur Isolierstation zu gelangen. Bislang wurde in Deutschland noch kein einziger Fall von Ebola bekannt. Unterdessen ist man auch am Frankfurter Flughafen mit einem Notfallplan auf eine mögliche Einschleppung des Virus vorbereitet. Ein Verdachtsfall könnte am Flughafen sofort isoliert werden. Der Notfallplan existiert seit Jahren und hat sich etwa in den Jahren 2003 und 2006 bewährt, als erste Patienten mit SARS bzw. Lassafieber deutschen Boden betraten.

Tödliches Ebola Virus

Das jetzt in Westafrika zirkulierende Virus gehört zu den tödlichsten Formen. Bis zu 90 Prozent der Infizierten sterben daran. Bislang gibt es weder eine wirksame Therapie gegen Ebola noch eine Impfung. Allerdings werden derzeit die beiden mit Ebola infizierten Amerikaner mit dem experimentellen Medikament Zmapp behandelt. Wie der Fernsehsender CNN berichtet, soll es den beiden Patienten schon etwas besser gehen.

Sollten in Deutschland Verdachtsfälle auftreten, steht im Robert Koch-Institut für die Fachöffentlichkeit eine 24-stündige Rufbereitschaft zur Verfügung, die über die Telefonzentrale erreichbar ist.

Foto: Fraport

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Ebola

Weitere Nachrichten zum Thema Infektionskrankheiten

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Die Milchzähne fallen irgendwann aus. Doch auch sie müssen gut gepflegt werden, denn sie sind wichtig für den gesunden Start der bleibenden Zähne. Das sagen Experten zum Tag der Mundgesundheit am 25. September.
Achtsamkeitsübungen können dazu beitragen, dass Menschen mit riskantem Alkoholkonsum ihre wöchentliche Trinkmenge deutlich reduzieren. Bereits wenige Minuten Training pro Tag reichen einer Studie zufolge aus, um dem Verlangen nach Alkohol besser widerstehen zu können.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

Klinikum Ernst von Bergmann, Campus Charlottenstraße 72, 14467 Potsdam
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.