. Ebola-Epidemie

Ebola-Rettungsflugzeug „Robert Koch“ hebt von Tegel ab

Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier hat am Donnerstag das Evakuierungsflugzeug "Robert Koch" am Flughafen Tegel in Betrieb genommen. Der umgerüstete Airbus verfügt über eine spezielle Sonderisolationseinheit und soll ab sofort Ebola-Patienten aus West-Afrika nach Europa bringen.
Ebola-Rettungsflugzeug „Robert Koch“ hebt von Tegel ab

In dem Ebola-Rettungsflugzeug Robert Koch können die Patienten bereits behandelt werden

Der umgerüstete A340 ist Teil des Maßnahmenpakets, das die Bundesregierung im Kampf gegen Ebola beschlossen hat. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat das Ebola-Rettungsflugzeug am Donnerstag  auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel in Betrieb genommen und erklärte, die internationale Staatengemeinschaft sei zugegebenermaßen ein wenig zu spät gekommen. „Umso mehr sind wir gefordert, jetzt das uns Mögliche zu tun", sagte Steinmeier bei der Besichtigung der "Robert Koch". Die nach dem Entdecker des Tuberkulose-Erregers benannte Maschine verfügt über eine spezielle Sonderisolationseinheit, in der hochinfektiöse Patienten aus den Ebola-Gebieten Westafrikas ausgeflogen und behandelt werden können.

Insolationszellen haben ein eigenes Abluftsystem

Um die Verbreitung des Virus zu verhindern, haben die Isolationszelle und Schleusen ein separates Abluftsystem. Mit der Maschine sollen notfalls auch deutsche Helfer nach Hause gebracht werden, wenn sie sich bei dem Einsatz in Westafrika angesteckt haben, erklärte Steinmeier. An Bord soll neben einer Lufthansa-Crew ein Ärzteteam in Schutzkleidung arbeiten. Die Bundesregierung hat das Flugzeug von der Lufthansa zunächst für sechs Monate geleast und will es auch anderen Staaten zur Verfügung stellen. An der Entwicklung war neben der Bundesregierung und der Lufthansa auch das Robert-Koch-Institut beteiligt.

Ebola-Entdecker warnt vor dramatischen Folgen für West-Afrika

Unterdessen meldet die Weltgesundheitsorganisation 6.000 Ebola-Tote und 16.000 Krankheitsfälle in acht Ländern. Am stärksten seien die drei westafrikanischen Staaten Guinea, Sierra Leone und Liberia betroffen. Dort haben sich fast alle Todesfälle ereignet. Der Entdecker des Ebola-Virus Peter Piot warnte vor schweren Folgen für die Region. Er fürchtet, die Gesundheitssysteme könnten dort völlig zusammenbrechen, weil unter den Ebola-Toten viel medizinisches Personal sei, so dass die Versorgung anderer Krankheiten nicht mehr gewährleistet sei. Piot warnte auch vor dramatischen wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen. Die Epidemie habe die ganze Region destabilisiert.

Foto: © photowahn - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Ebola

Weitere Nachrichten zum Thema Ebola

| Ebola ist nach wie vor ein großes Gesundheitsproblem. Erst vor kurzem gab es einen neuen Ausbruch im Kongo. Nun ist es Wissenschaftlern gelungen, schon frühzeitig die längerfristige Immunantwort nach einer Impfung mit dem neu entwickelten Ebola-Impfstoff rVSV-ZEBOV abzuschätzen.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.