Ebola-Impfstoff: Test lässt Aussage über Immunantwort zu

Ebola ist nach wie vor ein großes Gesundheitsproblem. Erst vor kurzem gab es einen neuen Ausbruch im Kongo. Nun ist es Wissenschaftlern gelungen, schon frühzeitig die längerfristige Immunantwort nach einer Impfung mit dem neu entwickelten Ebola-Impfstoff rVSV-ZEBOV abzuschätzen.
Ebola

Forscher setzen große Hoffnung in den experimentellen Ebola-Impfstoff rVSV-ZEBOV

Der experimentelle Ebola-Impfstoff rVSV-ZEBOV wurde erfolgreich in Feldstudien getestet. Zugelassen ist er noch nicht. Die Vakzine basiert auf dem Vesikulären Stomatitis-Virus (VSV): Abgeschwächt und gentechnisch verändert, trägt der Impfstoff ein Glykoprotein des Ebola-Virus. Bisher gab es erst wenige wissenschaftliche Daten zu Immunantworten auf das VSV. Daten zu frühen, vom angeborenen Immunsystem vermittelten Reaktionen bei Menschen, die mit VSV geimpft wurden, lagen bisher noch gar nicht vor. Nun ist es Wissenschaft­lern des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) in einer Studie gelungen, schon frühzeitig die längerfristige Immunantwort bei Menschen nach einer Impfung festzustellen.

Forscher fanden Biomarker für Immunantwort

Mit Hilfe von Hochdurchsatzverfahren, bei denen Tests an einer riesigen Menge an Proben gleichzeitig durchgeführt werden, sowie mit statistischen Modellen analysierten die Forscher Immunantworten, die durch die Impfung hervorgerufen werden. „Nach der Impfung mit rVSV-ZEBOV haben wir eine Signatur aus fünf frühen, angeborenen Immunmarkern identifiziert, die mit dem Antikörper-Titer vier Wochen nach der Impfung korreliert “, erklärt Dr. Anne Rechtien, DZIF-Wissenschaftlerin am Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, Ärztin am UKE und Erstautorin der Studie.

Unter den Biomarkern befand sich auch das so genannte IP-10, ein Eiweiß, das von Zellen des Immunsystems produziert wird. Damit ist es erstmals gelungen, einen löslichen Immunmarker zu identifizieren, der schon früh nach der Impfung aktiviert wird, sich schnell nachweisen lässt und unabhängig von den anderen frühen Immunmarkern mit der Höhe der späteren Antikörperantwort in Beziehung steht.

 

Hoffnung auf Entwicklung neuer Impfstoffe

Die Resultate zeigen, dass VSV eine schnelle und starke Aktivierung des angeborenen Immunsystems auslöst. Die Studie liefert aber auch Ansätze dafür, nach neuen Strategien zu suchen, um die Wirksamkeit von Impfstoffen generell zu verbessern. System-vakzinologische Ansätze wie in dieser Studie könnten dabei helfen, frühe Immunmarker zu identifizieren, die eine Vorhersage der langfristigen Wirksamkeit von Impfstoffen ermöglichen. Somit könnten die Studienergebnisse auch wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung von Notfall-Impfstoffen wie etwa gegen das Zika-Virus liefern.

Foto: © REDPIXEL - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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