Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
20.12.2019

E-Zigaretten erhöhen Risiko für Lungenerkrankungen

Wer E-Zigaretten dampft, hat ein höheres Risiko für chronische Lungenerkrankungen wie Asthma, Bronchitis oder COPD. Das ergab eine aktuelle US-Studie.
e-zigaretten, verdampfen, liquids

Wer E-Zigaretten konsumiert, erhöht sein Risiko für Lungenerkrankungen

Wer E-Zigaretten dampft, hat ein höheres Risiko für chronische Lungenerkrankungen wie Asthma, Bronchitis, Emphysem oder COPD. Das ergab eine aktuelle US-Studie, die im Fachmagazin American Journal of Preventive Medicine veröffentlicht wurde

Die Studie ergab weiter, dass Menschen, die E-Zigaretten konsumierten und auch Tabak rauchten - das bei weitem häufigste Muster unter erwachsenen E-Zigaretten-Konsumenten - ein noch höheres Risiko hatten, chronische Lungenerkrankungen zu erleiden, als diejenigen, die die Produkte jeweils allein konsumierten.

E-Zigaretten erhöhen Risiko für Lungenerkrankungen

Für die Untersuchung ausgewertet wurden Patientendaten aus der PATH-Studie (Population Assessment of Tobacco and Health), die 2013 startete. Darin wurde etwa 49.000 Amerikaner im Alter von über 12 Jahren regel­mä­­­­ßig nach ihren Rauchgewohnheiten und ihren Erkrankungen befragt. Der Fragebogen erkundigt sich auch nach dem Konsum von E-Zigaretten. Die Studie folgte ihnen drei Jahre lang.

Ergebnis: "Wir haben festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit, an der Lunge zu erkranken, für E-Zigaretten-Konsumenten um etwa ein Drittel zunimmt", sagte Senior-Autor Prof. Stanton Glantz von der University of California in San Francisco. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass E-Zigaretten für sich genommen schädlich sind und die Auswirkungen unabhängig vom Rauchen von herkömmlichem Tabak sind", sagte Glantz.

 

Wer raucht und dampft verdreifacht das Risiko

Während aktuelle und ehemalige E-Zigaretten-Konsumenten 1,3-mal häufiger an chronischen Lungenerkrankungen erkrankten, erhöhten Tabakraucher ihr Risiko um den Faktor 2,6. Für Doppelbenutzer - Menschen, die rauchen und gleichzeitig E-Zigaretten verwenden - multiplizieren sich diese beiden Risiken und verdreifachen das Risiko, an Lungenerkrankungen zu erkranken.

"Dual-User - das häufigste Konsummuster bei E-Zigaretten-Konsumenten - gehen das Risiko ein, dass E-Zigaretten und konventionelle Zigaretten gemeinsam auftreten, sodass sie tatsächlich schlechter dran sind als Tabakraucher", sagte Glantz. "Die Umstellung von herkömmlichen Zigaretten auf ausschließlich E-Zigaretten könnte das Risiko von Lungenerkrankungen verringern, aber nur sehr wenige Menschen tun dies", sagte Glantz. "Die meisten Raucher werden Doppelbenutzer. Dadurch steigt das Risiko, an Lungenerkrankungen zu erkranken, erheblich über das reine Rauchen hinaus."

E-Zigaretten unterdrücken das Imunsystem

Diese Feststellung ist besonders relevant, da die Debatte darüber, ob E-Zigaretten die schädlichen Konsequenzen des Rauchers vermindern oder gar zum Rauchausstieg taugen könnten, weiterhin erbittert geführt wird. Während die Autoren fanden, dass die Umstellung von Tabak auf E-Zigaretten das Risiko einer Lungenerkrankung senkte, waren weniger als 1 Prozent der Raucher vollständig auf E-Zigaretten umgestiegen.

Frühere physiologische Studien sowohl bei Tieren als auch beim Menschen habe ergeben, dass E-Zigaretten das Immunsystem unterdrücken und den Gehalt an stressbedingten Proteinen in der Lunge erhöhen. Chemische Analysen ergaben, dass E-Zigaretten einen höheren Gehalt an bestimmten toxischen Chemikalien enthalten als herkömmliche Zigaretten.

Foto: chris hertzschuch/adobe.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rauchen
 

Weitere Nachrichten zum Thema E-Zigaretten

11.08.2018

Seit E-Zigaretten auf dem Markt sind, wird über deren Schaden und Nutzen diskutiert. Nun zeigt eine Studie aus den USA, dass der elektronisch erzeugte Dampf ähnliche Veränderungen in der Lunge macht wie herkömmliche Zigaretten. Der Fund spricht gegen die vermeintlich gesündere Alternative.

21.08.2020

Den Glimmstängel dauerhaft abzugeben, fällt den meisten Rauchern schwer. Doch es gibt Maßnahmen, die dabei helfen, dass es mit dem Rauchstopp klappt. Und in Zeiten von Corona sollte die Motivation besonders hoch sein.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Ältere Menschen scheint die Covid-Impfung nicht vollständig vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Das zeigen wiederholte Ausbrüche in Pflegeheimen. Wissenschaftler der Charité haben nun einen Ausbruch näher untersucht – und kommen zu interessanten Ergebnissen.

Zivilgesellschaftliche Organisationen haben mit ihrem Engagement unter Krisenbedingungen maßgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland vergleichsweise gut durch die Corona-Zeit gekommen ist. Aber die Krise hat auch Spuren hinterlassen. Was muss sich tun, damit diese tragende Säule der Demokratie auch nach der Pandemie stark bleibt? Das diskutierten Experten und Politiker auf einer Fachtagung von Gesundheitsstadt Berlin und Paritätischem Wohlfahrtsverband.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin