Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Dutzende Querschnittslähmungen durch Badeunfälle

Unfallchirurgen warnen dieser Tage vor unbedachten Kopfsprüngen ins flache oder unbekannte Wasser. Jedes Jahr werden durch solche leichtsinnigen Sprünge dutzende Kinder und Jugendliche querschnittsgelähmt.
Dutzende Querschnittslähmungen durch Badeunfälle

Kopflose Sprünge: Wer in unbekanntes Gewässer springt, kann eine Querschnittslähmung davon tragen

Jedes Jahr sind in Deutschland knapp 70 Menschen betroffen, oft Jugendliche und Kinder: Sie springen in ein zu flaches oder unbekanntes Wasser und ziehen sich dabei so schwere Verletzungen der Wirbelsäule zu, dass sie für den Rest ihres Lebens querschnittsgelähmt bleiben. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) rät Eltern, ihre Kinder vor waghalsige Kopfsprünge von Klein auf zu warnen. Selbstüberschätzung, Leichtsinn und Alkohol zählen laut der Fachgesellschaft zu häufigen Ursachen für „den Sprung ins seichte Wasser“. „Die erhöhte Risikobereitschaft macht es schwierig, Jugendliche und junge Erwachsene für unnötige Gefahren, die zu einer Querschnittlähmung führen können, zu sensibilisieren – die Jugendlichen sind sich der lebenslangen Folgen, die eine Querschnittlähmung mit sich bringt, nicht bewusst“, sagt der stellvertretende Generalsekretär der DGOU Prof. Reinhard Hoffmann.

Durch Kopfsprung verursachte Querschnittlähmung

Vor allem junge Männer sind von einer durch Kopfsprung verursachten Querschnittlähmung betroffen, das Durchschnittsalter liegt bei 28 Jahren. Dabei ist laut DGOU der Sprung in unbekannte Gewässer der häufigste Grund unter den sportbedingten Unfällen, die zu einer Querschnittlähmung führen. Bei derartigen Unfällen schlagen die Betroffenen auf unerwartete Hindernisse wie Felsen oder auf dem Grund auf. Wird dabei die Halswirbelsäule schwer verletzt, endet der Sprung besonders tragisch: Bei einer sogenannten Tetraplegie können die betroffenen Patienten beide Arme und Beine gar nicht oder nur teilweise bewegen. In den meisten Fällen sitzen die Betroffenen lebenslang im Rollstuhl. „Das ist ein Schicksalsschlag, der zu einer absoluten Veränderung der gesamten Lebensumstände führt, körperlich, psychisch und sozial. Der Betroffene befindet sich von einer Sekunde auf die andere in nahezu vollständiger Abhängigkeit und ist lebenslang auf fremde Hilfe angewiesen“, sagt Dr. Doris Maier von der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie (DMGP), einer Sektion der DGOU.

 

Fünf Tipps geben die Ärzte, wie sich schicksalshafte Sprünge vermeiden lassen:

  • nie in unbekannte Gewässer springen
  • Tiefe des Wassers vor einem Sprung prüfen – das gilt für Poolgewässer genauso wie für Binnengewässer und Meer
  • keine Kopfsprünge (Köpper) in flaches Wasser
  • keine Mutproben
  • kein Alkohol beim Baden
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Unfallchirurgie , Wirbelsäule , Querschnittslähmung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Unfälle

12.08.2020

Mindestens 192 Menschen sind in den ersten sieben Monaten dieses Jahres beim Baden in deutschen Gewässern ertrunken. Angesichts der Hitzewelle rechnet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit einem Anstieg der Fälle und gibt Tipps, damit aus dem Badespaß kein Ernst wird. An Flüssen, Seen und am Meer lauern ganz unterschiedliche Gefahren.

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin