Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
14.06.2016

Durchfall-Mittel kann zu Herz-Problemen führen

Die Überdosierung des freiverkäuflichen Durchfall-Mittels Loperamid kann zu schweren Nebenwirkungen am Herzen führen. Davor warnt die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).
Durchfall

Durchfall-Mittel sollten nicht mehr als zwei Tage eingenommen werden

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA berichtet über Fälle von Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand. Rezeptfreie Medikamente mit Loperamid werden seit langem in der Selbstmedikation von Durchfall eingesetzt.

„Rezeptfrei heißt nicht harmlos. Wenn Loperamid missbräuchlich oder aus Versehen überdosiert wird, kann das lebensgefährlich sein“, sagt Prof. Martin Schulz, Vorsitzender der AMK. „Deshalb sollte das Medikament beim Verdacht auf eine Nebenwirkung am Herzen abgesetzt werden.“

Durchfall-Mittel nicht länger als 2 Tage einnehmen

Die empfohlene Höchstdosis für Loperamid liegt für Erwachsene bei 12 Milligramm pro Tag. Die meisten Präparate enthalten 2 Milligramm pro Kapsel/Tablette. Bei akuten Durchfällen werden zu Beginn 4 Milligramm (2 Kapseln/Tabletten) und nach jedem ungeformten Stuhl weitere 2 Milligramm (1 Kapsel/Tablette) eingenommen.

Die Tageshöchstdosis von 6 Kapseln/Tabletten darf nicht überschritten werden. Wenn sich ein akuter Durchfall nicht innerhalb von 48 Stunden nach der ersten Einnahme von Loperamid bessert, sollte ein Arzt informiert werden. Eine langfristige Anwendung sollte zudem immer ärztlich begleitet werden.

 

Durchfallmittel plus Antibiotika kann zu Herz-Problemen führen

Nicht nur die Dosierung, auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln erhöhen das Risiko für Nebenwirkungen von Loperamid. Dazu gehören einige Antibiotika, Medikamente gegen Übelkeit und Chinin, unter anderen in Tonic Water und Bitter Lemon enthalten.

Schulz: „Wer Loperamid einnimmt, sollte in der Apotheke nach möglichen Wechselwirkungen fragen. Das empfehle ich auch, wenn man das Durchfallmittel aktuell gar nicht einnimmt, aber in seiner Reiseapotheke mit in den Urlaub nimmt.“

Foto: Focus Pokus LTD

Autor: red
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arzneimittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Durchfall

20.06.2016

Als Reisediarrhö wird eine Durchfallerkrankung bezeichnet, die während des Urlaubs oder innerhalb von zehn Tagen nach der Rückkehr eintritt. Wie man sich vor Reisedurchfall schützt, und wie man ihn am besten behandelt, erklärt Prof. Manfred Gross.

03.07.2015

Durchfall auf Reisen ist eine lästige Angelegenheit. Meist wird er durch Erreger ausgelöst, die über die Nahrung oder die Hände in den Mund gelangen. Was zu tun ist, wenn man im Urlaub an Durchfall erkrankt und wie man der Reise-Diarrhö vorbeugen kann.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Manche Experten erwarten, dass vom Klimawandel eine noch größere Gefahr für die Gesundheit der Weltbevölkerung ausgehen könnte als von der Corona-Pandemie. Obwohl der Klimawandel seine Dramatik noch längst nicht voll entfaltet hat, sind seine Auswirkungen bereits messbar. Eine aktuelle Studie zeigt: Schon jetzt ist jeder Vierte über 65 bei Sommerhitze krankenhausreif – Tendenz steigend.


Ältere Menschen scheint die Covid-Impfung nicht vollständig vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Das zeigen wiederholte Ausbrüche in Pflegeheimen. Wissenschaftler der Charité haben nun einen Ausbruch näher untersucht – und kommen zu interessanten Ergebnissen.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin