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Dunkelziffer bei diabetischer Neuropathie hoch

Mehr als jeder zweite Diabetes-Patient entwickelt eine Neuropathie. Doch 60 Prozent davon wissen gar nichts von dieser Folgeerkrankung, obwohl die Symptome schon deutlich sind. Das ergab die PROTECT-Studie, die von der Initiative „Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?“ durchgeführt wurde.
Diabetes und Neuropathie

Viele Diabetiker wissen nichts von ihrer Neuropathie

Neuropathien sind typische Folgeerkrankungen von Diabetes. Doch viele Betroffene wissen nichts davon, wie eine Untersuchung nun bestätigt hat. 1589 Menschen mit oder ohne Diabetes hatten an der PROTECT-Studie im Rahmen der Aufklärungsinitiative „Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?“ teilgenommen. Bei über 50 Prozent der Teilnehmer, bei denen bereits ein Typ-2-Diabetes bekannt war, wurden Anzeichen für eine Neuropathie festgestellt. Allerdings hatten 62 Prozent von ihnen vor der Untersuchung angegeben, dass bei ihnen keine entsprechende Diagnose gestellt wurde. Selbst wenn die Neuropathie schon mit Schmerzen verbunden war, wussten viele nichts davon. Und die Nervenschädigungen traten zum Teil sogar schon bei Prädiabetes oder unerkanntem Diabetes auf.

Nervenschäden treten schon früh auf

Eine diabetische Neuropathie und andere Neuropathieformen seien daher nicht nur Diabetes-Spätkomplikationen, betonte Studienleiter Professor Dan Ziegler vom Deutschen Diabetes Zentrum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Vielmehr könnten schon gering erhöhte Blutzuckerspiegel toxisch für die Nerven sein, so der Experte. Besorgniserregend ist auch, dass bei jedem dritten vermeintlich Gesunden HbA1c-Werte im Prädiabetes- oder Diabetesbereich gefunden wurden.

Es sind also weitaus mehr von Diabetes oder zumindest einem erhöhten Erkrankungsrisiko betroffen, als man denkt. Aufgrund der dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerte kann sich bei ihnen dann eine diabetische Neuropathie entwickeln. Das geschieht, wenn Abbauprodukte des Zuckers die Nerven und Blutgefäße bei Betroffenen schädigen. Die längsten Nerven in unserem Körper, die bis in die Füße führen, sind am empfindlichsten. Daher treten erste Symptome einer diabetischen Neuropathie meist dort zuerst auf. Sie können sich durch vielfältige Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Brennen, Taubheit, Schmerzen oder eine nachlassende Sensibilität äußern.

 

Neuropathie erhöht Risiko für diabetischen Fuß

Die Empfindungsstörungen können auch dazu führen, dass die Patienten Verletzungen an den Füßen nicht mehr spüren, so dass diese lange unerkannt bleiben und sich rasch zu chronischen Wunden entwickeln können. „Die diabetische Neuropathie ist ein erheblicher Risikofaktor für das Entstehen eines diabetischen Fußsyndroms“, erklärt auch Professor Ziegler. „Jährlich sind darauf in Deutschland mehr als 40.000 Amputationen zurückzuführen. Die alarmierenden Ergebnisse der PROTECT-Studie verdeutlichen, wie wichtig die Aufklärung über die diabetische Neuropathie und die regelmäßige Untersuchung der Füße sind.“

Foto: © Zerbor – Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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