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28.04.2021

Drosten: Voller Impfschutz hält nur bis zum Winter

Wie lange hält der Schutz durch die Corona-Impfung? Momentan gibt es dazu noch keine Daten. Der Virologe Christian Drosten geht jedoch davon aus, dass im Winter nachgeimpft werden muss – wie bei einer Grippeimpfung.
Im Winter wird man nachimpfen müssen, sagt Christian Drosten.

Im Winter wird man nachimpfen müssen, sagt Christian Drosten.

Einmal geimpft für immer immun – was etwa für die Masernimpfung gilt, trifft aller Voraussicht nach nicht auf die Corona-Impfstoffe zu. Im NDR-Podcast zog Christian Drosten Parallelen zur Grippeimpfung, die ja auch jedes Jahr wiederholt werden müsse. „Der Impfschutz bleibt nicht für immer“, sagte er, das gelte für alle Infektionskrankheiten über die Atemwege. Deshalb sei es auch klar, dass man nachimpfen müsse – „wie bei der Grippe-Impfung.“

Nachimpfen ab Herbst

Das Nachimpfen könnte schon im Herbst oder Winter erforderlich werden, meinte Drosten. Denn dann werde der Schleimhautschutz zwar nicht ganz verloren, jedoch schon verringert sein. Geimpfte würden sich dann wieder infizieren und die Infektion weitergeben können.

Gesicherte Erkenntnisse gibt es allerdings dazu noch nicht. Denn in Studien wurde die Immunität nur wenige Wochen nach der Impfung erhoben. Ergebnisse aus Studien, die den Impfschutz über einen längeren Zeitraum untersuchen, gibt es noch nicht.

 

Schutz geht nach einem Dreiviertel Jahr verloren

Drosten geht indes davon aus, dass der Schutz nach einer Impfung genauso nachlässt wie nach einer natürlichen Infektion mit dem Coronavirus. Und hierzu gibt es Daten aus Wuhan, die zeigen, dass der Schleimhaut-Schutz in der Bevölkerung nach einem Dreivierteljahr größtenteils verloren gegangen ist. Das heißt, die Personen hatten keine IgA-Antikörper mehr auf der Schleimhaut im Mund-Rachen-Raum, die vor einer Coronavirus-Infektion schützen.

"Wir wissen nur noch nicht, wie lange das dauert - bei keinem Impfstoff. Wir wissen das dank der Studie aus Wuhan bislang nur für die natürliche Virusinfektion“, sagte Drosten. Diese Personen könnten sich wieder infizieren, „auch wenn sie dann nicht mehr schwer erkranken.“

Impfstoffe werden an Mutanten angepasst

Laut Drosten werde man ab Herbst zumindest den Risikogruppen eine einmalige Auffrischungsimpfung mit einem angepassten Impfstoff verabreichen müssen. „Das werden dann wahrscheinlich Vakzine sein, die ein Update hinsichtlich der Immun-Escape-Varianten haben", sagte er. Die Anpassung sei relativ einfach vorzunehmen. „Das kennen wir aus den Influenza-Impfungen. Das geht schnell."

Immun-Escape-Varianten sind Mutationen des Virus, die sich dem Immunsystem entziehen. Nach allem was man bisher weiß, ist dies bei der indischen und der südafrikanischen Variante der Fall. Die Nachimpfung sei aber nicht wegen der Mutanten erforderlich, saget Drosten, "sondern vor allem wegen der nachlassenden Immunität gegen Schleimhaut-Viren."

Hauptkategorien: Corona , Medizin
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