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Drogensucht: Gehirn von Jugendlichen zeigt schon früh Hinweise auf Risiko

Manche Menschen sind anfällig für exzessiven Drogenkonsum, andere nicht. Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf ist es nun gelungen, in Gehirn von Jugendlichen spezifische Ausprägungen zu zeigen, die eine spätere Drogensucht wahrscheinlicher machen.
Drogensucht

Forscher suchen nach den Ursachen problematischen Drogenkonsums

Warum konsumieren einige Jugendliche exzessiv Drogen, während andere dem Drogenkonsum widerstehen können? Dieser Frage sind Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) nachgegangen. Dazu bezogen sie sich zunächst auf Daten der sogenannten IMAGEN-Stichprobe, einer Längsschnittstudie, die im Jahr 2007 von der EU in Auftrag gegeben und von Deutschland fortgeführt wurde. Rund 2000 Mädchen und Jungen im Alter von 14 Jahren aus vier verschiedenen Ländern hatten an der Untersuchung zu Beginn der Studie teilgenommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte noch keiner der Probanden Erfahrungen mit Drogen gemacht.

Wahrscheinlichkeit für Drogenkonsum im MRT sichtbar

Für die Studie wurden die Jugendlichen verschiedenen psychologischen Tests unterzogen; zudem wurde mittels funktioneller Kernspintomografie (MRT) ihre Hirnaktivität untersucht. Schon vor diesen Tests wussten die Forscher, dass Jugendliche mit problematischem Drogenkonsum einen Hang zur Abenteuerlust haben. Zwei Jahre später wurden diejenigen Jugendlichen, die diesen Hang aufwiesen, von einem Team um Professor Christian Büchel, Leiter des Instituts für Systemische Neurowissenschaften des UKE, erneut untersucht.

Die Forscher identifizierten nun die Teilnehmer, bei denen sich mittlerweile ein problematischer Drogenkonsum eingestellt hatte, und schauten sich die Ergebnisse der früheren Untersuchungen noch einmal genauer an. Dabei stellten sie fest, dass es bei den Jugendlichen, die einen Hang zu Drogen entwickelt hatten, schon im Alter von 14 Jahren einige Besonderheiten gab. „Es zeigte sich, dass eine unterdurchschnittliche Aktivierbarkeit des Belohnungssystems im Gehirn und eine geringe Funktion der präfrontalen Kontrollareale des Gehirns, die für das Abwägen von Konsequenzen ausschlaggebend sind, einen späteren problematischen Drogenkonsum begünstigen“, erklärte Büchel.

 

Möglichkeit für präventive Maßnahmen

Die Forscher konnten zudem zeigen, dass auch andere Gehirnareale bei den betroffenen Jugendlichen im Alter von 14 Jahren einen Entwicklungsrückstand aufwiesen. Sie hoffen nun, durch die Ergebnisse ihrer Untersuchungen Messmethoden zu entwickeln, die es erlauben, ein erhöhtes Risiko für späteren Drogenkonsum möglichst frühzeitig zu erkennen. Die besonders gefährdeten Jugendlichen könnten dann unter Umständen bestimmte Unterstützungsmaßnahmen zur Prävention zu erhalten. Um die Ergebnisse weiter zu festigen, soll im Verlauf des Jahres 2017, wenn viele der Jugendlichen 20 oder 21 Jahre alt sind, die dritte Nachuntersuchungsphase beginnen.

Foto: © lovegtr35 - Fotolia.com

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