. Designerdrogen

Drogenbericht: Crystal-Meth-Konsum steigt

Der neueste Drogenbericht der Bundesregierung zeigt: Die Zahl der Drogentoten ist insgesamt auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Doch der Konsum von sogenannten „Designerdrogen“ wie Crystal Meth ist dramatisch angestiegen. Auch ist die Zahl der weiblichen Drogenopfer höher als in den vergangenen Jahren.
Drogenbericht 2013

Immer noch sterben jährlich fast 1.000 Menschen an illegalen Drogen.

Die Zahl der Drogentoten ist im Jahr 2012 gesunken. Das ist eines der Ergebnisse des Drogenberichts der Bundesregierung, den die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) am Donnerstag vergangener Woche in Berlin vorstellte. Demnach sind im vergangenen Jahr 944 Menschen am Konsum illegaler Drogen gestorben – das ist der niedrigste Stand seit 1988.

Immer noch ist der Anteil der Männer bei den Drogentoten mit 81 Prozent höher als der von Frauen, doch im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl an Drogen verstorbenen Frauen um 33 Personen auf insgesamt 177 gestiegen. Das Durchschnittsalter der Drogentoten lag bei rund 37 Jahren. Die häufigste Todesursache ist die gleichzeitige Einnahme verschiedener Substanzen – oft in Kombination mit Alkohol.

Crystal Meth nimmt an Bedeutung zu

Dyckmans kommentierte das Ergebnis so: „Es ist erfreulich, dass immer weniger Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums sterben. Das zeigt, dass unsere Beratungs- und Hilfsangebote sowie die zur Verfügung stehenden Angebote wirken. Aber jeder Drogentote ist einer zu viel. Deshalb müssen wir alles tun, damit diese Angebote erhalten bleiben und noch besser auf Risikogruppen zugeschnitten werden.“

Ein weiteres Resultat des Drogenberichts ist, dass es eine Verschiebung bei den konsumierten Drogen gibt. Während weniger Heroin und Kokain beschlagnahmt wurden, stiegen die Sicherheitsstellungsmengen bei kristallinem Methamphetamin („Crystal Meth“) und Marihuana an. Vor allem die Zahl der erstauffälligen Konsumenten von Crystal Meth stieg mit 2.556 im Jahr 2012 im Vergleich zu 1.693 im Jahr 2011 erneut deutlich an. Auch gibt es immer mehr erstauffällige Konsumenten von Ecstasy.

 

Synthetische Drogen oft aus Osteuropa

Zwar stellen Kokain und Heroin immer noch den größten Anteil der beschlagnahmten Drogen dar. Doch seit einigen Jahren nimmt der Umlauf sogenannter „Designerdrogen“ wie Crystal Meth zu. Die synthetischen Drogen werden meist in osteuropäischen Laboren hergestellt. Auch in Deutschland wurden im vergangenen Jahr 24 illegale Labore zur Herstellung synthetischer Drogen beschlagnahmt. Doch meistens kommt Crystal Meth aus Tschechien nach Deutschland.

Die deutschen Konsumenten kaufen Crystal Meth meist in tschechischen Städten nah der deutschen Grenze. Jörg Ziercke, der Präsident des Bundeskriminalsamts (BKA) bezeichnet Crystal Meth daher vor allem als ein regionales Problem. Brennpunkte seien die Bundesländer Bayern, Sachsen und Thüringen, die sich in der Grenzregion zu Tschien befinden. Allerdings habe der dortige Handel auch eine „Streuwirkung“ auf das gesamte Bundesgebiet.

Crystal Meth gilt als besonders gefährliche Droge, weil sie sehr schnell abhängig macht und schwere gesundheitliche Schäden verursacht. Anders als Heroin beruhigt es nicht, sondern belebt, macht wach und hebt das Selbstbewusstsein und wirkt damit ähnlich wie Kokain. Das meist weiße und kristallförmige Pulver kann geschnupft, geraucht oder gespritzt werden. Auch in Pillenform ist es mittlerweile auf dem illegalen Markt.

Foto: © termis1983 - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Drogen

| Dass Kokain dem Herzen schadet und einen Herzinfarkt auslösen kann, ist schon lange bekannt. Nun ist ein Fall bekannt geworden, bei dem die Droge zu einem tödlichen Riss des Herzmuskels (Myokardruptur) geführt hat.
| Forscher haben herausgefunden, warum LSD-Trips so lange anhalten. Das LSD-Molekül wird von seinem Rezeptor im Gehirn quasi festgehalten und wirkt dadurch länger, als es im Blut nachweisbar ist.
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Die Zeitumstellung ist ein aufgezwungener Jetlag. Das sagt der frisch gewählte Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) Prof. Peter Young. Anders als die meisten Deutschen favorisiert er aber eine durchgängige Winterzeit.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.