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27.02.2020

„Dr. Google“ wirkt sich negativ auf Psyche aus

„Dr. Google“ ist für viele Menschen die erste Anlaufstelle, wenn sie gesundheitliche Symptome an sich entdecken, die sie sich nicht erklären können. Doch eine Studie zeigt nun: Die Internetrecherche kann schon nach kürzester Zeit zu verstärkten Sorgen und psychischem Unbehagen führen.
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Die Internetrecherche nach bestimmten Krankheitssymptomen kann unnötige Ängste und Sorgen schüren

Laut Statistischem Bundesamt suchen über zwei Drittel der deutschen Bevölkerung bei gesundheitlichen Beschwerden zunächst im Internet nach Informationen, bevor sie einen Arzt konsultieren. Das kann jedoch schwerwiegende Folgen haben. Denn häufig finden die Nutzer selbst bei relativ harmlosen Symptomen die schlimmsten Diagnosen vor – und machen sich entsprechend große Sorgen. Wie stark der Effekt von „Dr. Google“ ist, haben nun Forscher um Professor Dr. Alexander Gerlach vom Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität zu Köln untersucht. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der aktuellen Ausgabe der „Zeitschrift für Psychologie“.

Internetrecherche steigert Angst vor schweren Krankheiten

Für ihre Studie ließen die Autoren Erwachsene im Alter von durchschnittlich 23 Jahren fünf Minuten lang nach Symptomen, die sie an sich kennen, im Internet recherchieren. Obwohl gerade in dieser Altersgruppe das Risiko für eine Krankheitsangststörung („Hypochondrie“) üblicherweise gering ist, gaben die Probanden direkt nach der Suche an, sich nun mehr Sorgen über ihre Gesundheit und ihre Symptome zu machen. Bereits wenige Minuten der Recherche trugen also dazu bei, die Sorge, ernsthaft erkrankt zu sein, zu steigern.

 

Psychisches Wohlbefinden gefährdet

Berichteten die Teilnehmer schon vor der Recherche über eine negative Stimmung, war die Sorge hinterher noch größer. Und die nachteiligen Folgen der Internetrecherche zeigten sich nicht nur, wenn die Probanden auf Internetseiten landeten, die über besonders gravierende Krankheiten informierten. Auch bei Webseiten mit zurückhaltenden, moderaten Auskünften zu Symptomen steigerte sich das psychische Unwohlsein der Probanden.

Im Internet nach Symptomen und Krankheitsbildern zu suchen, ist mittlerweile ganz normal geworden. Da Langzeitstudien bisher jedoch weitgehend fehlen, können zurzeit noch keine Aussagen über den Einfluss dieser Entwicklung auf die Psyche und das Risiko einer Krankheitsangststörung gemacht werden. Dass die Recherchen sich jedoch negativ auf das psychische Wohlbefinden auswirken, konnte die aktuelle Studie nun beweisen.

Krankhafte Angst um den eigenen Körper

Hypochondrie oder Krankheitsangststörung ist eine psychische Störung mit körperlichen Auswirkungen, bei der die Betroffenen ohne eine entsprechende Diagnose unter der Angst leiden, eine bösartige Krankheit zu machen. Das Leben wird dabei maßgeblich von den Sorgen bestimmt, körperliche Signale werden fehlinterpretiert und die Gedanken kreisen ständig um die Themen Gesundheit und Krankheit. Schätzungen zufolge sollen pro Jahr zwischen einem und zehn Prozent der Bevölkerung Symptome einer Krankheitsangststörung aufweisen.

Foto: © Adobe Stock/Urupong

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Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
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