. Prostatakrebs

Diskussion um beste Behandlungsstrategie

Ob Patienten mit Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom bestrahlt, operiert oder „nur“ aktiv überwacht werden sollen – darüber streiten sich die Urologen. Die aktive Überwachung wird nur bei zehn Prozent dieser Patienten genutzt.
Operation bei Prostatakarzinom oft überflüssig

Sind Operationen bei Prostatakarzinom oft überflüssig?

Bei einem Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten für das weitere Vorgehen: die aktive Überwachung, die radikale Prostatektomie oder eine Bestrahlung. Welche Möglichkeit die beste ist, darüber ist sich die Fachwelt noch uneins.

Behandlungsstrategie: aktive Überwachung

Befürworter der aktiven Überwachung argumentieren, dass sich dadurch die häufige Übertherapie begrenzen lasse. Bei der aktiven Überwachung wird in drei- bis sechsmonatigen Abständen der PSA-Wert kontrolliert, Biopsien folgen nach ein bis zwei Jahren. In vielen Studien schneidet die aktive Überwachung beim lokal begrenzten Prostatakarzinom nicht schlechter ab als eine Therapie. Dies hat auch die kürzlich publizierte US-PIVOT-Studie bestätigt. Dennoch werden 90 Prozent der Patienten mit Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom operiert oder bestrahlt.

 

Angst vor falscher Einordnung des Prostatakarzinoms in Risiko-Gruppe

Der Grund dafür dürfte meistens die Angst vor einer falschen Einordnung sein. Denn die Indikatoren dafür, ob ein Patient zur Niedrig-Risiko-Gruppe gehört, sind nicht immer eindeutig. Die rund 30 Prozent falschen Befunde betreffen allerdings nur die falsche Einordnung zur Risikogruppe. Die Zuordnung zur Niedrig-Risiko-Gruppe scheint hingegen sehr sicher zu sein.

Das Prostatakarzinom ist seit einigen Jahren eine der umstrittensten Krebserkrankungen, sowohl was die optimale Therapie als auch was die Früherkennung angeht. Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Im Frühstadium ist die Erkrankung symptomlos. Beim Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom ist die Lebenserwartung kaum verkürzt. Insgesamt wird die Mortalität bei Prostatakrebs auf etwa 20 Prozent geschätzt.

Foto: Gennadiy Poznyakov / Fotolia.com

Autor:
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom , Prostatakrebs , Prostata
 

Weitere Nachrichten zum Thema Prostatakrebs

| Vom 4. bis 8. September 2017 findet die Themenwoche Prostatakrebs statt, um die Öffentlichkeit über den häufigsten Tumor des Mannes aufzuklären. Fünf Tage lang informiert die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) gemeinsam mit Kooperationspartnern über das Thema Prostatakrebs.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Eine MS-Erkrankung stellt grundsätzlich kein erhöhtes Risiko für Covid-19 bzw. einen besonders schweren Verlauf der Corona-Infektion dar. Anders sieht es aus, wenn Patienten zur Behandlung der Multiplen Sklerose bestimmte Medikamente einnehmen. Auch eine starke Behinderung kann das Risiko erhöhen, bei einer Infektion schwerer zu erkranken.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.