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Dilek Kalayci kritisiert Impfpläne des Bundesgesundheitsministeriums als "zu spät"

Das Bundesgesundheitsministerium will die Impfpläne erst im 1. Quartal 2021 vorlegen. „Das ist zu spät", kritisierte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci im ARD-Mittagsmagazin. In den Impfplänen wird festgelegt, wer zuerst geimpft werden soll.
Die Impfzentren stehen, doch die Impfpläne sollen erst im kommenden Jahr fertig werden

Die Impfzentren stehen, doch die Impfpläne sollen erst im kommenden Jahr fertig werden

Wer wird zuerst mit dem neuen COVD-19-Impfstoff geimpft? Darüber entscheidet letztlich das Bundesgesundheitsministerium auf Grundlage der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Doch die Priorisierung steht noch nicht.

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci, kritisiert im ARD-Mittagsmagazin am Mittwoch das Bundesgesundheitsministerium: "Ich habe jetzt erfahren, dass die Verordnung zur Priorisierung des Gesundheitsministeriums erst im 1. Quartal 2021 kommen wird. Das ist natürlich zu spät", sagte sie. Die Entscheidung, wer zuerst geimpft werden soll, wenn ein Covid-19-Impfstoff in Deutschland zugelassen ist, "muss natürlich vor dem Impfstoff kommen."

Impfstoff kommt noch vor den Impfplänen

Tatsächlich sieht es so aus, als wird der erste Corona-Impfstoff noch vor den Impfplänen kommen – nämlich schon im Dezember. Die Priorisierung ist deshalb wichtig, weil der Impfstoff nicht für alle 83 Millionen Bundesbürger reichen wird.

Die Länder bereiten sich derweil auf Massenimpfungen vor – „auch ohne diese Priorisierung“, wie Dilek Kalayci gegenüber dem Sender betonte. Berlin hat sechs Impfzentren eingerichtet. Dort hin könne man alle über 75-jährigen Menschen einladen, sagte Kalayci. Für Menschen in den Pflegeheimen seien mobile Impfteams vorgesehen, die in den Einrichtungen impfen, sodass die Bewohner nicht in die Impfzentren müssen. „Und selbstverständlich haben wir auch schon vorbereitet, dass das Krankenhauspersonal, aber auch das Personal rund um Altenpflege, zügig geimpft werden kann“, so die Gesundheitssenatorin.

 

Grunderkrankungen noch nicht definiert

Die Gruppe der medizinisch-pflegerisch Tätigen ist relativ leicht erreichbar. Viele Krankenhäuser können ihr Personal selbst impfen, wobei ein Impfzwang nicht zur Debatte steht. Und das Pflegepersonal in Altenheimen könnte von den mobilen Impfteams praktischerweise gleich mitgeimpft werden.

Problematisch ist noch die große Gruppe mit Vorerkrankungen. „Es gibt keine Definition, welche Gruppe gemeint ist mit 'Menschen mit Grunderkrankungen'. Das wäre noch zu klären und die anderen Bereiche kommen natürlich danach“, erklärte Kalayci.

Auch die STIKO hat noch keine Antwort darauf, welche Menschen mit welchen Grunderkrankungen besonders priorisiert werden sollen. Dafür sind nach Angaben der STIKO die Daten aus den Impfstudien notwendig, die der Kommission aber noch nicht vorliegen.

Ebenso offen ist, welche Berufsgruppen „danach“ kommen sollen. Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer, Busfahrer gelten zum Beispiel als systemrelevant. Verkäufer sind aber ebenfalls einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. Warum bis heute noch kein Konsens darüber getroffen wurde, bleibt eines der vielen Rätsel in dieser Pandemie.

Foto: © Adobe Stock/hkama

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Corona , Medizin , Prävention und Reha
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