. Hauptstadtkongress Gesundheit und Medizin

Digitalisierung und Robotik: Einsatzreifer Roboterarm vorgestellt

Einen einsatzbereiten Roboterarm hat der Münchner Spitzenforscher Professor Sami Haddadin auf dem Hauptstadtkongress Gesundheit und Medizin vorgestellt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert eine Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen.
einsatzbereiter Roboter reagiert auf Berührungen

Rasur gefällig? Professor Sami Haddadin mit Roboterarm Panda

Der einsatzbereite Roboterarm Panda kann den Angaben zufolge einen Patienten nach Schlaganfall mobilisieren oder gebrechlichen Senioren beim Rasieren helfen. Das sind nach Angaben des Unfallkrankenhauses Berlin (ukb), das das Robotersystem im Rahmen einer Pressekonferenz beim Hauptstadtkongress vorgestellt hat, jedoch nur zwei von vielen verschiedenen neuen  Anwendungen. Möglich werden sie durch neu entwickelte sensitive Systeme.

„Unsere Roboter haben jetzt erstmalig einen funktionierenden Tastsinn“, so Haddadin. Sie seien mit einer Art digitalem zentralen Nervensystem ausgestattet. „Das macht sie feinfühlig, sicher und interaktiv“, so Haddadin weiter. Doch nicht nur die Reaktionsfähigkeit der Roboter wurde verbessert. Haddadin und sein Team haben zudem eine Software entwickelt, mit der die Programmierung des Roboters durch Apps erleichtert wird. „Es ist keine komplexe Programmierung mehr nötig. Dem Roboterarm machen Sie wie einem kleinen Kind Dinge vor, daraus lernt das System“, erläutert er.

Haddadins Entwicklungen gehen weiter: Auf dem Gebiet der Geriatronik entwickelt er derzeit einen Assistenzroboter, der in fünf Jahren bei Feldversuchen in Pflegeheimen erforscht werden soll.

Einsatzbereiter Roboter für den Massenmarkt

Der einsatzfähige Roboterarm Panda ist laut ukb mit Kosten von rund 10.000 Euro bereits jetzt für den Massenmarkt geeignet. Das begrüßt Professor Axel Ekkernkamp, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des ukb und Ressortleiter Medizin der BG Kliniken „Mensch-Maschinen-Systeme sind endlich praxistauglich. Das gilt für Exoskelette ebenso wie für diese leicht bedienbaren Roboter“, so Ekkernkamp. Exoskelette kommen an den BG-Kliniken bereits seit einigen Jahren zur Mobilisierung nach Rückenmarksverletzungen zum Einsatz.

Ekkernkamp bekräftigte das große Interesse der BG Kliniken, auf diesem Feld mitzuwirken. „Gerade unsere Patienten mit schwersten Verletzungen, Querschnittlähmung und Verbrennungen können davon profitieren“, meint Ekkernkamp.

 

Spahn: Digitalisierung im Gesundheitswesen gestalten

Indes hat auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei der Eröffnung des Hauptstadtkongresses angesprochen, dass mit Blick auf Robotik und Digitalisierung im Gesundheitswesen mittlerweile weniger die technischen Möglichkeiten ein Problem seien als vor allem die Regulierung und Finanzierung neuer digitaler Medizin. Auch bei vielen Kongressveranstaltungen ging es um Fragen der Digitalisierung. Diskutiert wurde etwa, ob zur Finanzierung digitaler Versorgungsleistungen neben den Budgets für den stationären und den ambulanten Sektor ein eigenes Digitalbudget erforderlich sei, oder wie die Digitalisierung den Praxisalltag niedergelassener Ärzte verändern kann.

Foto: BG Unfallkrankenhaus Berlin (ukb)

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bundesgesundheitsministerium , Forschung , E-Health , Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit
 

Weitere Nachrichten zum Thema einsatzbereiter Roboter

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Vogelgrippe, Schweinegrippe – die Namen besagen, dass Grippeviren vom Tier auf den Menschen springen können. Doch bevor eine Pandemie daraus wird, muss eine Übertragung von Mensch zu Mensch gegeben sein. Und hier gibt es offenbar eine natürliche Bremse, wie Forscher jetzt an Vogelgrippeviren vom Typ Influenza A zeigen konnten.
Frauen, die sich regelmäßig die Haare färben, haben offenbar ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie. Untersucht wurden allerdings nur Frauen, die sowieso ein familiär bedingt erhöhtes Risiko für Brustkrebs hatten.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.