Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
08.06.2021

Digitaler Impfausweis bald in vielen Apotheken erhältlich

Mehr als 17 Millionen Deutsche sind vollständig geimpft, haben aber bei der Impfung noch kein digitales Zertifikat dafür bekommen. Ab 14. Juni können sich Geimpfte den Ausweis in vielen Apotheken kostenlos nachträglich ausstellen lassen.
Digitaler Impfpass auf dem Smartphone-Display.

Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, kann sich über Lockerungen der Corona-Maßnahmen freuen. Der digitale Impfnachweis ist dafür ein wichtiges Instrument. (Symbolbild)

Schon in wenigen Tagen soll es für Verbraucher möglich sein, an den offiziellen digitalen Impfpass heranzukommen. Damit sollen sie fälschungssicher und möglichst unkompliziert jederzeit einen unbedenklichen Corona-Status digital nachweisen können, um wieder halbwegs normal Besorgungen erledigen oder ihre Freizeit verbringen zu können: Das kann eine vollständige Impfung sein, eine Genesung von Covid-19 oder – bei noch nicht Geimpften – der tagesaktuelle Negativ-Test.

 

 

Viele deutsche Apotheken werden ab Montag, 14. Juni, einen digitalen Impfnachweis für vollständig gegen das Corona-Virus geimpfte Bürgerinnen und Bürger ausstellen können. Das hat die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mitgeteilt. Auf dem Portal www.mein-apothekenmanager.de, auf dem sich schon jetzt Schnelltest-Apotheken finden lassen, können Verbraucherinnen und Verbraucher dann bundesweit Apotheken in ihrer Nähe finden, die digitale Impfnachweise kostenlos ausstellen. Bereits zuvor soll die freiwillige Anwendung namens „CovPass" nach Angaben aus dem Bundesgesundheitsministerium für alle Interessenten in den App-Stores für Smartphones zur Verfügung stehen.

Sicherer und rechtsverbindlicher Impfnachweis

„Statt den gelben Impfpass der Weltgesundheitsorganisation WHO ständig bei sich tragen zu müssen, können Geimpfte ihre Immunisierung dann per Handy nachweisen und so gegebenenfalls Freiheiten bei Reise, Sport, Gastronomie oder Kultur genießen“, heißt es bei der ABDA weiter. „Wir wollten so schnell wie möglich ein Werkzeug entwickeln, mit dem Apotheken sicher und rechtsverbindlich einen Impfnachweis digitalisieren können“, sagt Thomas Dittrich, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV). Der Weg über das wohnortnahe Apothekennetz gilt als niederschwellige Möglichkeit, sich den Impfnachweis zu besorgen.

 

Digitaler Impfpass: Erst mal ist mit Engpässen zu rechnen

In der ersten Zeit müssen sich Verbraucher allerdings auch hier noch auf Engpässe einstellen – aus zwei Gründen. Erstens müssen sich die Apotheken bei dem Verfahren anmelden. Die ABDA geht aber davon aus, dass die Zahl der teilnehmenden Apotheken „sehr schnell im vierstelligen Bereich liegen wird“. Zweitens sind mehr als 17 Millionen Menschen – ein Fünftel der Bevölkerung – vollständig geimpft, ohne dass sie bei der Impfung das digitale Zertifikat erhalten hätten. Für sie muss also nachträglich ein Impfzertifikat beantragt und erstellt werden.

Ausstellungsorte: Apotheken, Praxen, Impfzentren

Die Frage, wer diesen Verwaltungsaufwand schultern soll, wird seit Tagen heftig diskutiert. Die schon durch die laufende Impfkampagne überlasteten Hausärzte sehen sich zur Ausstellung des digitalen Impfausweises wegen des dafür nötigen bürokratischen Aufwands kaum in der Lage. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen Praxen, Impfzentren und Apotheken die Ausstellung gleichermaßen schultern.

Apotheken müssen sich für Teilnahme anmelden

Um auf www.mein-apothekenmanager.de mit dem Impfnachweis gelistet zu sein, müssen sich Verbandschef Dittrich zufolge die Apotheken auf dem Verbändeportal des DAV dafür anmelden und registrieren. Ab Mittwoch, 9. Juni, soll das möglich sein. Das Verbändeportal ist für den Service der Digitalisierung der Impfnachweise an den zentralen Server des vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) beauftragten Dienstleisters IBM angebunden. Dieser stellt die digitalen Impfzertifikate aus, die dann vom Verbändeportal angezeigt und ausgedruckt werden können.

Foto: AdobeStock/Bihlmayer Fotografie

Hauptkategorie: Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Niedergelassene Ärzte , Infektionskrankheiten , Coronavirus , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema „Covid-19-Immunität“

30.04.2021

Es ist ein Experiment und der Bundesgesundheitsminister ist nicht sein Schirmherr. Aber ein Apotheken-Startup aus Leipzig hat eine Lösungsmöglichkeit dafür entwickelt, wie Geimpfte oder Genesene ihre Ungefährlichkeit alltagstauglich nachweisen können: die laut Hersteller fälschungssichere Immer-dabei-„Immunkarte“ im Scheckkartenformat.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin