Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
13.07.2018

Diese beiden Impfungen schützen vor Krebs

Die eine Krebsimpfung gibt es nicht. Mit der HPV-Impfung steht jedoch eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs und andere HPV-bedingte Krebserkrankungen zur Verfügung. Was viele nicht wissen: Es gibt noch eine andere Impfung, die vor einer bestimmten Krebsart schützt.
Krebsimpfung

Krebsimpfung noch Zukunftsmusik? Zwei Impfungen gibt es bereits

Krebs ist ungeheuer vielfältig. Praktisch alle Organe können befallen werden, und selbst innerhalb der einzelnen Tumorentitäten gibt es unzählige Varianten. Darum gibt es auch nicht die eine Impfung gegen Krebs. Doch können sich junge Mädchen seit mehr als zehn Jahren gegen Gebärmutterhalskrebs impfen lassen. Dieser Tumor wird zu fast 100 Prozent von Humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst. Neuerdings wird die HPV-Impfung auch Jungen in Deutschland empfohlen. Experten gehen davon aus, dass sich so die Übertragungswege unterbrechen lassen und weniger Frauen später an Gebärmutterhalskrebs erkranken.

HPV-Impfung beugt nicht nur Gebärmutterhalskrebs vor

Außerdem lösen Humane Papillomviren noch einige andere Tumorarten im Genital- und Analbereich  aus, etwa Peniskarzinome. Auch ein Großteil von Kopf-Hals-Tumoren geht auf eine Infektion mit HPV zurück. Insofern schützt die HPV-Impfung vor einer ganzen Reihe von Krebsarten. Experten wie Harald zur Hausen halten die Impfung von Jungen und Männern darum für sehr sinnvoll und begrüßen die jüngste Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), die dafür grünes Licht gegeben hat.

Die HPV-Impfung war allerdings nicht die erste Impfung gegen Krebs. Tatsächlich schützt auch die Impfung gegen Hepatitis B (HBV) vor Krebs, und zwar vor Leberkrebs. „Die HBV-Impfung war die erste "echte" Impfung gegen Krebs“, sagt Prof. Dr. Eckart Schott von Charité. Die Impfung sei wichtig, weil Hepatitis B im chronischen Verlauf erst zu einer Leberzirrhose und schließlich zu Leberkrebs führen könne.

 

HBV-Impfung war die erste "echte" Impfung gegen Krebs

Dass die HBV-Impfung wirksam vor Leberkrebs schützt, wurde in Taiwan gezeigt. Dort wurde 1984 das weltweit erst große Impfprogramm gegen Hepatitis B eingeführt.  „Schon 15 Jahre nach Einführung der Impfung hatte sich die Rate an Leberkrebs bei Kindern halbiert“, berichtet Leberkrebsexperte Schott.

In Taiwan wie auch in anderen asiatischen Ländern wird Hepatitis B in der Regel bereits bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen. Das führt dazu, dass sich häufig im jungen Alter schon Leberkrebs entwickelt. In Deutschland ist das Leberzellkarzinom dagegen eher ein Krebs des Alters oder von Alkoholikern.

Kinder gegen HPV und HBV impfen lassen

Kinder werden in Deutschland seit 1995 grundsätzlich gegen Hepatitis B geimpft. Von den Erwachsenen haben nur die einen Anspruch, die ein besonders hohes Ansteckungsrisiko haben. Zum Beispiel Menschen, die ein hochrisikohaftes Sexualverhalten zeigen oder Menschen, die beruflich oder familiär mit Hepatitis-B-Infizierten zu tun haben.

Wer sein Kind gegen Hepatitis B und HPV impfen lässt, schützt es also vor einer ganzen Reihe von Krebserkrankungen. An einer Impfung gegen das Epstein Barr Virus wird augenblicklich noch geforscht. Das Virus, das das Pfeiffersche Drüsenfieber auslöst, steht unter dringendem Verdacht, für das Hodgkin-Lymphome verantwortlich zu sein.

Foto: © guerrieroale - Fotolia.com

Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Impfen , HPV , Hepatitis B
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebsimpfung

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Ein gutes Patientengespräch kann offenbar postoperative Schmerzen lindern. Das konnten Wissenschaftler jetzt in einer Studie zeigen. Je besser die Patienten in die Schmerztherapie einbezogen wurden, desto seltener wünschten sie zusätzliche Schmerzmittel.


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin