Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Die schlimmsten Hygienefallen im Alltag

80 Prozent aller Infektionskrankheiten werden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) über ungewaschene Hände übertragen. Unsichtbar verteilen sich damit Bakterien und Viren auf Alltagsgegenstände, die dann von anderen berührt werden. Manche PC-Tastatur ist stärker keimbelastet als eine Klobrille.
Einkaufswagen Supermarkt, Griffleiste mit Regalen im Hintergrund

Auf vielen Alltagsgegenständen wie Einkaufswagen im Supermarkt, Türklinken oder PC-Tastaturen wimmelt es nur so von ekligen Keimen. 30 Sekunden Hände waschen hilft.

In einem Punkt zumindest sind uns die Briten einen Schritt voraus. Über den Pinkelbecken von Männertoiletten in Museen oder Pubs des Vereinigten Königreichs appellieren Hinweisschilder an die Vernunft und animieren dazu, hinterher das eigentlich Selbstverständliche auch wirklich zu tun: „Please wash your hands“, „Bitte waschen Sie ihre Hände“. Viele Menschen tun das viel zu selten oder gar nicht und verteilen damit Krankheitserreger leichtfertig in ihrer Umgebung. „Überall kannst du dich mit Viren infizieren – in der Schule, im Beruf, in der Freizeit“, heißt es in einer Ratgeberbroschüre der AOK. Regelmäßiges Händewaschen gilt deshalb als eine der entscheidenden Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionskrankheiten – und zwar nicht nur dann, wenn Hände sichtlich schmutzig sind. Keime und Erreger sind schließlich mit bloßem Auge nicht zu erkennen, aber trotzdem da.

Überall, wo sich viele Menschen aufhalten, gibt es auch Krankheitserreger. Denn viele Keime, Viren und Bakterien befinden sich im und am Körper und können durch Kontakt über Hände, Atemwege, Schleimhäute oder gemeinsam benutzte Gegenstände weitergegeben werden.

Wo im Alltag besonders viele gefährliche Keime lauern

  • Türklinken
  • Einkaufswagen im Supermarkt
  • Haltegriffe oder Türöffner in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Hanteln und Geräte im Fitnessstudio
  • PC-Tastaturen und -Mäuse
  • Telefonhörer
  • Wasserhähne
  • Kühlschränke
  • Kaffeemaschinen
  • Geschirrtücher
  • Tiere (v.a. Hunde)
 

Wann man sich mindestens die Hände waschen sollte

  • wenn man von der Schule, der Arbeit oder einer Reise nach Hause kommt
  • nach dem Toilettenbesuch
  • vor dem Zubereiten und Verzehr von Speisen
  • nach dem Wickeln eines Babys
  • nachdem man husten oder niesen musste
  • nach Kontakt mit kranken Personen (insbesondere beim Besuch im Krankenhaus, da hier das Infektionsrisiko sehr hoch ist)

Richtig Hände waschen: So geht’s

Hygieneexperten zufolge genügt es in Alltagssituationen, sich die Hände regelmäßig mit hautfreundlicher Seife zu waschen. Wirksames Händewaschen bedeutet: Hände gründlich einseifen und aneinander reiben und dabei auch an Fingerkuppen und Fingerzwischenräume denken. Dauer: mindestens eine halbe Minute, damit der Seifenschaum auch versteckte Hautpartien erreichen kann. Personen mit trockener oder gereizter Haut werden Creme-Flüssigseifen empfohlen – sie reinigen und pflegen zugleich.

Desinfektion nur in Ausnahmefällen nötig – bei Medizinberufen Pflicht

Eine Händedesinfektion ist im Alltag normalerweise nicht erforderlich. Anders ist dies, wenn ein Familienmitglied krank ist oder unter einem geschwächten Immunsystem leidet. Bei einer Händedesinfektion im Haushalt wird empfohlen, keine professionellen Desinfektionsmittel aus dem medizinischen Bereich zu verwenden, da sie auch unbedenkliche Keime abtöten, die der Körper braucht, um seine Abwehr zu trainieren. In medizinischen Berufen ist eine regelmäßig Händedesinfektion dagegen Pflicht: um das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern von einem Patienten zum nächsten ("Krankenhausinfektionen") zu minimieren und zum Selbstschutz der im Gesundheitswesen Beschäftigten.

Der „Welttag der Handhygiene“ ist ein internationaler Gesundheitstag, ins Leben gerufen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Er findet nicht zufällig am 5.5. statt – denn die beiden Ziffern von Tag und Monat symbolisieren die fünf Finger der linken und rechten Hand.

Foto: Fotolia.com/nonnie192

Autor: zdr
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Handhygiene

Ob im Supermarkt oder beim Spaziergang: Viele ziehen sich Einmalhandschuhe an, um sich vor einer Corona-Infektion zu schützen. Doch tatsächlich sind „nackte" Hände offenbar hygienischer und sicherer – sofern sie regelmäßig gründlich gewaschen werden. Darauf weisen Experten der Krankenversicherung R+V zum „Welttag der Handhygiene" am 5. Mai hin.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen im Grünen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) angesteckt wie 2020 – und Experten befürchten eine weiter steigende Tendenz. Neu ist: Die nur durch Zecken übertragene und im schlimmsten Fall tödliche Form der Hirnhautentzündung wandert Richtung Norden – und tritt in der Natur verstärkt in größeren Höhen auf.


In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Anteil der Geburten per Kaiserschnitt in Deutschland fast verdoppelt – auf zuletzt fast 30 Prozent. Der Richtwert der WHO liegt bei 15 Prozent. Geburtsspezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover raten jedoch, pro und contra in jedem Einzelfall besonnen gegeneinander abzuwägen. Ein Kaiserschnitt sei „nicht automatisch besser“ und „in vielen Fällen medizinisch nicht notwendig“.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin