. Arzneimittel-Wechselwirkungen

Die häufigsten Fehler bei der Selbstmedikation

Wechselwirkungen von Medikamenten mit anderen Medikamenten oder Lebensmitteln sind den wenigsten Deutschen bekannt. Das ergab jetzt die Befragung von 277 deutschen Apothekern.
Besser den Beipackzettel genau lesen

Besser den Beipackzettel genau lesen

Immer mehr Menschen nehmen Medikamente auf eigene Faust. Aus Sicht der Apotheker gehört die Nichtbeachtung möglicher Medikamenteninteraktionen zu den häufigsten Fehlern, die Patienten bei der Selbstmedikation machen. Vor allem nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel werden laut drei Viertel der Befragten viel zu bedenkenlos eingenommen. Das hat eine Umfrage unter 277 deutschen Apothekern des Apothekerverbandes vivesco ergeben.

"Bestimmte Medikamente dürfen niemals kombiniert werden, zum Beispiel spezielle Schmerzmedikamente mit Asthmamitteln oder Antibiotika und die Antibabypille", warnt vivesco Apotheker Stefan Zürn. Schmerzmittel können beispielsweise die Wirkung von Mitteln zur Infarktprophylaxe gefährlich beeinflussen und innere Blutungen auslösen. Durchfallmedikamente verringern mitunter die Wirkung von Mitteln gegen Epilepsie, was Krampfanfälle zur Folge haben kann.

Die Antibabypille wird nicht als Medikament wahrgenommen

Bei manchen Medikamenten wird die Wirkung auch durch Lebensmittel verstärkt oder abgeschwächt. Die Rangliste der fünf gravierendsten Wechselwirkungen von Medikamenten mit Lebensmitteln wird aus Sicht der vivesco Apotheker angeführt von der Kombination aus Alkohol und Arzneimitteln, dicht gefolgt von der Interaktion zwischen einigen Antibiotika und Milch. Die zeitgleiche oder zeitnahe Einnahme von Grapefruitsaft und diversen Medikamenten, beispielsweise mit bestimmten Antiallergika, kann gravierende Folgen haben. "Die Gefahr von Wechselwirkungen durch die Kombination bestimmter Medikamente und Lebensmittel ist vielen nicht bewusst. Ein bekanntes Beispiel: Johanniskraut setzt die Wirkung der Antibabypille ausser Kraft. Wie unsere Befragung jetzt aber ergab, nehmen Patienten jedoch insbesondere die Pille gar nicht als Medikament wahr", so Stefan Zürn.

Ob rezeptpflichtig oder nicht - bei der Einnahme von Medikamenten sei es immer wichtig, auf mögliche Neben- und Wechselwirkungen zu achten, so der Apotheker.

Die häufigsten Wechselwirkungen -Einschätzung der vivesco Apothekerinnen und Apotheker

1 - Alkohol und Arzneimittel
2 - Antibiotika und Milchprodukte
3 - Diverse Medikamente in Kombination mit Mineralstoffen
4 - Grapefruitsaft in Kombination mit diversen Medikamenten
5 - Antibabypille und Johanniskraut

 

Die häufigsten Fehler bei der Selbstmedikation - Einschätzung der vivesco Apothekerinnen und Apotheker

1 - Falsche Dosierung (zu hoch / zu niedrig)
2 - Einnahmefehler (zu kurze / zu lange Einnahmedauer, falsche Einnahmezeiten)
3 - Falsche Indikation (falsche Eigendiagnose führt zu falscher Selbstmedikation)
4 - Sorgloser Umgang / Selbstmedikation basierend auf falschen Aussagen von Freunden / Bekannten etc.
5 - Nichtbeachtung möglicher Interaktionen (insbesondere aufgrund bedenkenloser Kombination verschiedener Arzneimittel)

Foto: © Pixelot - Fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arzneimittel , Wechselwirkungen , Antibabypille
 

Weitere Nachrichten zum Thema Arzneimittel-Wechselwirkungen

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Ins Fitness-Studio gehen erleben viele als stressig – sich davor drücken auch. Einfache Tätigkeiten in Haus und Garten haben einer Studie zufolge oft eine entspannendere Wirkung als tapfer absolvierte Workout-Torturen.
Oxidativer Stress in unseren Zellen beschleunigt das Altern und verringert die Lebenserwartung. Zink scheint eine schützende Funktion zu haben, wenn das Spurenelement mit bestimmten Lebensmitteln zum Beispiel Schokolade kombiniert wird. Das hat ein deutsch-amerikanisches Forscherteam jetzt herausgefunden.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.