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Die Charité hat einen hervorragenden Transplantationschirurgen gewonnen

Fünf Jahre war er in Innsbruck – jetzt kehrt Prof. Johann Pratschke nach Berlin zurück. Zum 1. Juni wird der international anerkannte Chirurg Prof. Peter Neuhaus ablösen und die Leitung der Klinik für Allgemein-, Visceral- Transplantationschirurgie der Charité übernehmen.
Die Charité hat einen hervorragenden Transplantationschirurgen gewonnen

Führungswechsel an der größten Klinik der Charité: Johann Pratschke (li) löst zum 1. Juni Peter Neuhaus ab

Nun teilt es auch die Charité offiziell mit: Prof. Dr. Johann Pratschke wird zum 1. Juni die Leitung der Klinik für Allgemein-, Visceral- Transplantationschirurgie der Charité - Universitätsmedizin Berlin übernehmen. Die größte Klinik der Charité wurde 26 Jahre lang von Prof. Dr. Peter Neuhaus geleitet, der in wenigen Wochen in Ruhestand geht. Johann Pratschke ist in Berlin kein Unbekannter. 1999 kam der Chirurg - nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School in Boston - in die Klinik von Prof. Neuhaus nach Berlin. Hier habilitierte er sich 2003 und war bis 2006 als Oberarzt und später als stellvertretender Leiter der Klinik tätig. 2009 folgte er dann dem Ruf nach Innsbruck. Seither leitet er die Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie der Medizinischen Universität Innsbruck.

Pratschkes Spezialgebiet ist die Tumor- und Transplantationschirurgie

Pratschke gilt international als führende Kapazität in seinem Fach. Sein Schwerpunkt liegt in der Onkologischen Chirurgie, Transplantationschirurgie und minimalinvasive Chirurgie. „Mit Prof. Pratschke hat die Charité einen hervorragenden Spezialisten in der Tumor- und Transplantationschirurgie gewonnen“, erklärt der Ärztliche Direktor der Charité, Prof. Dr. Ulrich Frei. „Er setzt damit eine erfolgreiche Tradition von Prof. Neuhaus fort, für dessen Leistungen in der Chirurgie die Charité ihm großen Dank schuldet.“ Nach Charité-Informationen soll mit dem Führungswechsel auch eine Neustrukturierung der Chirurgischen Kliniken am Campus Virchow-Klinikum und am Campus Charité Mitte verbunden sein.

Der neue Chef wünscht sich hohe soziale Kompetenz von seinen Mitarbeitern

Pratschke selbst hat mitgeteilt, er freue sich sehr, seine klinische und wissenschaftliche Arbeit an der Charité fortzusetzen. Die Zuwendung zum Patienten und eine enge kollegiale Kommunikation mit zuweisenden Ärzten liege ihm dabei besonders am Herzen. Von seinen Mitarbeitern wünscht sich der 49-Jährige deshalb auch eine hohe soziale Kompetenz.

Die Rektorin der Med-Uni Innsbruck Helga Fritsch hat unterdessen Pratschkes Wechsel an die Charité sehr bedauert, sieht darin aber gleichzeitig ein Zeichen, "dass die Medizinische Universität Innsbruck im internationalen Wettbewerb eine große Rolle spielt.“

Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin
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