. Blutzuckertest

Diabetestest für Schwangere wird Kassenleistung

Bei fast vier Prozent aller werdenden Mütter wird Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Bisher musste der Blutzuckertest von den Frauen selbst bezahlt werden. Jetzt werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen.
Diabetestest für Schwangere wird Kassenleistung

Diabetestest für Schwangere wird Kassenleistung

In Deutschland stellt Schwangerschaftsdiabetes oder Gestationsdiabetes (GDM) eine der häufigsten Schwangerschaftskomplikationen dar - mit zum Teil ernsthaften Folgen für Mutter und Kind. Für die werdenden Mütter erhöht sich das Risiko, Bluthockdruck, Harnwegsinfekte oder Schwangerschaftsvergiftungen zu erleiden. Es kommt häufiger zu Frühgeburten oder einem Kaiserschnitt. In manchen Fällen leiden die Babys unter einem Atemnotsyndrom, Unterzuckerungen oder einer Trinkschwäche. Langfristig erhöht sich für die Kinder die Wahrscheinlichkeit, später selbst an Diabetes zu erkranken oder übergewichtig zu werden. Auch die Mütter haben noch Jahre nach der Geburt ein stark erhöhtes Risiko, einen manifesten Diabetes mellitus zu entwickeln.

Schwangerschaftdiabetes

Es ist daher wichtig, Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. "Eine angemessene Behandlung mildert nachweislich die Folgen eines Gestationsdiabetes für Mutter und Kind", erklärt Dr. Helmut Kleinwechter, Sprecher der Leitlinien-Expertengruppe Diabetes und Schwangerschaft der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) aus Kiel. Bisher wurde Schwangerschaftsdiabetes in Deutschland jedoch häufig nicht erkannt. Zwar konnten die Schwangeren regelmässig einen kostenlosen Urinzuckertest in Anspruch nehmen, aber der sehr viel genauere Blutzucker-Suchtest musste von den Frauen selbst bezahlt werden.

Blutzuckertest als Kassenleistung

Seit langem wurde diese Praxis von der DDG und anderen Fachgesellschaften kritisiert. Nun wurde auf Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (G-BA) ein Screening auf Schwangerschaftdiabetes als verbindliche Kassenleistung in die Mutterschaftsrichtlinien aufgenommen. Seit dem 3. März 2012 haben Frauen zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche Anspruch auf einen Blutzucker-gestützten Test auf Diabetes. Kleinwechter betont: "Damit kann das Screening jetzt auch Risikogruppen wie sozial Schwachen und Migrantinnen angeboten werden, für die der Test bisher als Selbstzahlerleistung nicht in Frage kam." Werden durch den Test erhöhte Blutzuckerwerte festgestellt, kann häufig schon durch eine Umstellung der Ernährung und vermehrte körperliche Aktivität eine Normalisierung erreicht werden. Reicht die Umstellung der Lebensweise nicht aus, muss mit Insulin behandelt werden.

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