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Diabetes und Rauchen schaden Gehirn besonders

Raucher und Diabetiker schneiden in kognitiven Tests am schlechtesten ab. Das zeigt eine aktuelle Studie niederländischer Forscher. Demnach ist die Hirnleistung von Menschen, die rauchen oder unter Typ-2-Diabetes leiden, im Vergleich zu anderen Altersgenossen signifikant reduziert.
Rauchen und Diabetes schädigen das Gehirn

Rauchen beschleunigt geistigen Abbau

Dass Rauchen und Diabetes das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, ist den meisten Menschen bekannt. Doch nur wenige beachten, dass ein erhöhter Blutzucker sowie der regelmäßige Tabakkonsum auch die Hirngefäße messbar schädigen kann. Eine aktuelle Untersuchung aus den Niederlanden weist genau darauf hin.

Die Forscher um Dr. Hanneke Joosten von der Universität in Groningen in den Niederlanden untersuchten fast 3.800 Menschen zwischen 35 und 82 Jahren. Zunächst bestimmten die Wissenschaftler das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen der Probanden und ermittelten dann mit Hilfe verschiedener Tests ihre kognitiven Fähigkeiten. So wurden beispielsweise beim Visual Assoation Test zunächst zwei Objekte zusammen gezeigt, dann einzeln, und die Teilnehmer mussten das jeweils fehlende Objekt nennen.

Diabetes schadet am stärksten

Es zeigte sich, dass die kognitiven Leistungen umso schlechter waren, je größer das kardiovaskuläre Risiko war. Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, wenn andere Faktoren wie ein unterschiedliches Bildungsniveau aus der Statistik herausgerechnet wurden. Interessanterweise erwies sich der Zusammenhang zwischen kardiovaskulärem Risiko und verringerten geistigen Fähigkeiten in der jüngsten Gruppe der 35- bis 44-Jährigen als am stärksten ausgeprägt.

Bei der Betrachtung der einzelnen Risikofaktoren zeigte sich dann, dass vor allem Diabetes mellitus Typ 2 und Rauchen mit einer schlechten kognitiven Funktion assoziiert war. Auch ein niedriger HDL-Wert war mit einer Reduktion der geistigen Fähigkeiten verbunden. Beim Tabakkonsum konnte zudem eine Dosisabhängigkeit festgestellt werden. Bei weniger als 16 Zigaretten war die kognitive Leistung zwar auch schon reduziert, bei mehr als 16 Zigaretten fiel das Ergebnis aber noch deutlicher aus. Am stärksten hatte sich die Kognition bei den Probanden verschlechtert, die unter Diabetes litten.

 

Risikofaktoren für Demenz schon in jungen Jahren vermeiden

Rauchen und Diabetes sind damit die größten Risikofaktoren für den kognitiven Abbau im Alter. Und bei vielen Menschen bleibt es nicht nur bei einer leichten Gedächtnisschwäche. Experten betonen, dass bei Menschen mit Gedächtnisproblemen im mittleren Alter eine spätere Demenz häufig sehr viel schneller fortschreitet.

Die Studienautoren betonen, dass es den Ergebnissen zufolge besonders wichtig sei, in jungen Jahren kardiovaskulären Risikofaktoren wie Diabetes mellitus entgegenzuwirken und das Rauchen aufzugeben. So ließen sich später vielleicht nicht nur Herzinfarkte oder Schlaganfälle verhindern, sondern auch die kognitive Funktion länger erhalten. Aktuellen Zahlen zufolge rauchen fast 25 Prozent aller Menschen in Deutschland. Vor allem bei jungen Erwachsenen ist der Anteil der Raucher mit über 40 Prozent sehr hoch.

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