Diabetes Typ1: Hormonelle Veränderungen in der Pubertät lassen Blutzucker schwanken

In der Pubertät spielen nicht nur die Hormone verrückt. Auch der Blutzucker ist bei Jugendlichen mit Typ1 Diabetes starken Schwankungen ausgesetzt. Das Sorgentelefon von diabtes.de berät Kinder und Eltern in dieser schwierigen Phase.
Jugendliche mit Diabetes Typ 1 leiden unter enormen Blutzuckerschwankungen

Jugendliche mit Diabetes Typ 1 leiden unter enormen Blutzuckerschwankungen

Die Diagnose Diabetes Typ 1 ist immer ein Schock. Doch meist lernen die Familien lernen schnell, mit der Stoffwechselerkrankung ihres Kindes umzugehen. Wenn die Kinder in die Pubertät kommen, verändert das die Situation. Die Hormone fahren jetzt Achterbahn und mit ihnen die Blutzuckerwerte. „Plötzlich werden vermehrt und ungleichmäßig Sexualhormone ausgeschüttet. Sie senken die Insulinempfindlichkeit und verursachen Blutzuckerschwankungen“, berichtet Andrea Witt von der Patientenorganisation diabetesDE- Deutsche Diabetes-Hilfe. „Außerdem setzt der Körper verstärkt Wachstumshormone frei, die zu hohen morgendlichen Blutzuckerwerten führen können, auch bekannt als Dawn-Phänomen“, so die Diabetesberaterin weiter. Dadurch kann der Langzeitblutzuckerwert HbA1c deutlich über die empfohlene Spanne von 6,5 bis sieben Prozent (48 bis 53 mmol/mol) ansteigen.

Stress lässt Blutzucker ebenfalls ansteigen

Das führe bei den jungen Betroffenen zu Frust und senke die Therapietreue. Ohnehin wird die Therapie zunehmend als Belastung erlebt, welcher Teenager will schon ständig an seine Insulinanpassung denken?  „Daher passiert es schon mal öfter, dass sie nicht an die nötige Insulingabe denken“, weiß Andrea Witt.

Eltern sollten verständnisvoll darauf reagieren und ihren Kindern keinesfalls zusätzlichen Stress machen, da die Ausschüttung von Stresshormonen den Blutzuckerspiegel weiter in die Höhe treibt, betont die Diabetesexpertin.

 

Beratung für junge Diabetiker am Telefon

In dieser Phase ist deshalb eine regelmäßige Betreuung und Beratung besonders wichtig. Einmal im Monat berät Andrea Witt Eltern und Jugendliche am Sorgentelefon von diabetesDE. Die aktuellen Termine finden Interessierte im Internet unter: www.diabetesde.org/sorgen-telefon-eltern-kindern-diabetes-typ-1

Die Beratung umfasst auch das Thema Transitition, also wenn die Jugendlichen im Alter von 18 Jahren vom Kinderdiabetologen in eine Schwerpunktpraxis für Erwachsene wechseln müssen. Diese Phase gilt als besonders kritisch. Nicht wenige Jugendliche lassen die Arzttermine dann schleifen, was zu Komplikationen und ernsthaften Folgeerkrankungen führen kann.

Foto: © Adobe Stock/ click and photo

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Kinder
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes Typ 1

| 40 Prozent der jungen Diabetes-Typ-1-Patienten werden nach dem Übergang ins Erwachsenen-Alter nicht mehr richtig medizinisch betreut. Fallmanager können helfen. Das berichtet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) im Vorfeld des Weltdiabetestages am 14. November.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
 
 
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.