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24.01.2012

Diabetes trifft immer mehr Kinder

In allen EU-Ländern wird ein enormer Anstieg des Kinderdiabetes registriert. Experten gehen davon aus, dass sich die Erkrankung bei unter fünfjährigen Kindern bis zum Jahr 2020 verdoppelt.
Diabetes trifft immer mehr Kinder

Diabetes trifft immer mehr Kinder

Bei Kindern liegt meist ein Typ-1-Diabetes vor - eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin produzierenden Inselzellen des Pankreas sich selbst zerstören. Die betroffenen Kinder sind auf eine Insulintherapie angewiesen, hinzukommen strenge Diätvorschriften. Die Erkrankung bleibt für die Kinder eine lebenslange Herausforderung.

An Typ-1-Diabetes erkranken nicht nur immer mehr, sondern auch immer jüngere Kinder. Die Ursachen dafür sind noch nicht hinreichend geklärt. Der Typ-2-Diabetes kommt bei Kindern eigentlich nicht vor, aber durch zunehmende Fettleibigkeit steigt auch die Zahl der Kinder mit dem so genannten Altersdiabetes.

Kinderdiabetologen fordern mehr Aufmerksamkeit seitens der Eltern, Lehrer und Ärzte, um die ersten Anzeichen von Diabetes zu erkennen. Warnzeichen können vermehrter Durst, nächtliches Einnässens oder wiederholtes Abmelden aus dem Schulunterricht wegen dringendem Wasserlassen sein. "Oft sind die Kinder chronisch müde und nehmen an Gewicht ab", sagt Professor Thomas Danne, Kinderdiabetologe aus Hannover. "Im optimalen Start einer Diabetestherapie liegt der Schlüssel zum Erfolg. Vorsorge macht eine effektive Therapie erst möglich, denn mit jeder sich einstellenden Folgeerkrankung steigen die Kosten der Behandlung."

Besondere Aufmerksamkeit sollte man auf den Langzeitblutzuckerwert richten, rät der Experte, denn der spiegle die Bedrohung für die Langzeit- und Folgeschäden wider. "Dass inzwischen die Hälfte der Kinder einen Langzeitblutzuckerwert unter 7 erreichen, ist die positive Botschaft", so Danne. Die negative Botschaft sei, dass die andere Hälfte immer noch deutlich über dem Langzeitblutzuckerwert von 7 Prozent liegt. Es sind variable Einflüsse wie Wachstumsschub, hormonelle Veränderungen sowie unvorhergesehene körperliche Aktivitäten und Nahrungsaufnahme, die zu Schwankungen des Blutzuckerspiegels führen. Daher sind Insulinpumpen und Glukosesensoren in diesem Lebensalter oft unentbehrlich.

Dass die langfristig gute Blutzuckereinstellung bei Kindern Spätfolgen wie Erblindung, Nierenversagen oder frühzeitiger Herzinfarkt reduziert, das zeigen die Ergebnisse einer kürzlich publizierten internationalen Diabetesstudie. Auch wird die Lebensqualität bei guter Blutzuckereinstellung deutlich höher bewertet.

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