. Erster Bericht zur Nationalen Diabetesüberwachung

Diabetes Surveillance: Beobachten weniger Folgeerkrankungen

Anlässlich des Weltdiabetestags am 14. November hat das Robert Koch Institut den ersten Bericht zur Nationalen Diabetesüberwachung vorgelegt. Danach ist die Zahl der Diabetesfolgeerkrankungen am Sinken. Doch Prävention und Versorgung müssten weiter verbessert werden, heißt es in dem Bericht.
Nationale Diabetesüberwachung

Der erste Bericht zur Nationalen Diabetesüberwachung zeigt, dass bei Prävention, Früherkennung und Versorgung von Diabetes noch nachgebessert werden muss

Diabetes bleibt eine Herausforderung für das Gesundheitssystem. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) haben 9,2 Prozent der 18- bis 79-jährigen Bevölkerung einen Diabetes, darunter sind 2,0 Prozent mit einem unerkannten Diabetes. Insgesamt entspricht das rund sieben Millionen Diabetikern in Deutschland.

Diabetes bedingte Amputationen rückläufig

Anlässlich des Weltdiabetestags am 14. November hat das Robert Koch-Institut den ersten Bericht zur Nationalen Diabetesüberwachung vorgelegt. Aus dem Diabetes-Surveillance geht hervor, dass Risikofaktoren des Typ-2-Diabetes wie Rauchen und Bewegungsmangel rückläufig sind. Auch werden in den letzten Jahren weniger Folgeerkrankungen wie Erblindungen und Amputationen verzeichnet. Jedoch ist es zu einem Anstieg beim Schwangerschaftsdiabetes gekommen.

Defizite gibt es offenbar bei der Aufklärung. Eine bundesweite Befragung des Robert Koch-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt: Fast 80 Prozent der Befragten, die laut eines Testergebnisses ein erhöhtes Risiko für eine Typ-2-Diabeteserkrankung aufweisen, schätzen ihr Erkrankungsrisiko selbst als gering ein.

 

Diabetesrisiko wird oft unterschätzt

„Die Gefahr, an Diabetes zu erkranken, wird viel zu häufig unterschätzt“, kommentiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Ergebnis. Das könne schwerwiegende Folgen haben. „Deshalb ist es wichtig, dass Diabetes früh erkannt und rechtzeitig behandelt wird. Der Diabetesbericht liefert wichtige Daten, um Prävention und Versorgung noch besser steuern zu können“, so Spahn.

Das Bundesministerium für Gesundheit fördert seit 2015 den en Aufbau der Nationalen Diabetes-Überwachung. Damit sollen Grundlagen für weitere Maßnahmen im Gesundheitssektor geschaffen werden. Im jetzt vorgelegten Bericht werden vier Handlungsfelder als besonders dringlich angesehen: Risiken reduzieren, Früherkennung und Behandlung verbessern, Komplikationen reduzieren sowie Krankheitslast und Krankheitskosten senken.

„Diabetes gehört in Deutschland und in vielen anderen Ländern zu den wichtigsten nichtübertragbaren Krankheiten und damit zu den großen Public-Health-Herausforderungen. Hier müssen wir gemeinschaftlich handeln“, sagte RKI-Präsident  Lothar H. Wieler.

Typ-2-Diabetes das größte Problem

Die weitaus häufigste Form von Diabetes ist der Typ-2-Diabetes. Neben genetischen Faktoren gehören ein höheres Lebensalter sowie beeinflussbare Faktoren wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, starkes Übergewicht und Rauchen zu den Risikofaktoren, einen Diabetes vom Typ-2 zu entwickeln. Hierbei werden die Zellen mit der Zeit immer unempfindlicher gegenüber dem Insulin, was etliche Folgeerkrankungen begünstigt. „Erhöhte Blutzuckerwerte schädigen langfristig Blutgefäße, Nerven und zahlreiche Organe“, erläutert die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Heidrun Thaiss.

Online-Test soll bei Früherkennung helfen

Sie verweist in diesem Zusammenhang auf einen neuen online-Test, der vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) entwickelt wurde. Der „Diabetes-Risiko-Test“ auf der Internetseite www.diabinfo.de ermittelt das persönliche Erkrankungsrisiko. Dabei werden Fragen nach Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, Familienanamnese und Taillenumfang gestellt.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
 
 
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.