Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
31.12.2013

Diabetes-Präventions-Programm lohnt sich auch aus Kostengründen

US-Ökonomen haben nachgewiesen, dass ein flächendeckendes Diabetes-Präventionsprogramm auch aus ökonomischer Sicht Sinn macht. In Deutschland gibt es bislang noch keine Diskussion, solche Programme anzubieten.
Diabetes-Präventionsprogramm

Diabetes-Prävention lohnt sich

Dass Sport und eine gesunde Ernährung helfen können, einen Diabetes mellitus Typ 2 zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern, ist bekannt. Ob aber flächendeckende Präventionsprogramme aus ökonomischer Sicht Sinn machen, war bislang unklar. Eine aktuelle Studie aus den USA hat jetzt gezeigt, dass solche Programme in einem vernünftigen Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen. Die Analyse konnte nachweisen, dass es sich für die Krankenkassen langfristig rechnet, wenn Patienten ab einem Nüchtern-Blutzucker von über 105 mg/dl regelmäßig Blutzucker-Tests machen lassen und an einem Diabetes-Präventionsprogramm teilnehmen.

Vertretbare Kosten für Diabetes-Prävention

Die Gesundheitsökonomen berechneten für ihre Studie die Kosten für ein gewonnenes Lebensjahr in voller Gesundheit, genannt „QALY“ (quality adjusted life year). Als vertretbare Obergrenze für ein QALY gelten Kosten von 50.000 US-Dollar. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Teilnahme an einem Präventionsprogramm ab einem Nüchtern-Blutzucker von 105 mg/dl jährliche Kosten von rund 42.000 Dollar verursacht und demnach ökonomisch vertretbar ist.

Die Studienautoren geben zu bedenken, dass ein Präventionsprogramm gerade in den ersten Jahren mit hohen Ausgaben verbunden ist, während sich Einsparungen erst später ergeben. Dieser Effekt zeigt sich bei Diabetes-Patienten besonders stark, da die Folgeerkrankungen oft erst nach vielen Jahren auftreten, dann aber zu besonders hohen Kosten führen können.

 

Wohlstandsepidemie Diabetes

Weltweit entwickelt sich Diabetes immer mehr zu einer Epidemie – mit weitreichenden Folgen. Denn Diabetes kann unter anderem zu Folgeschäden an den Augen, Nerven und Nieren führen sowie Schlaganfälle und Herzinfarkte begünstigen. Auch in Deutschland erkranken immer mehr Menschen aufgrund ihres Lebensstils an Diabetes mellitus Typ 2. Experten fordern daher mit Nachdruck, allgemeine Präventionsprogramme einzuführen. Auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) unterstützt diese Forderung. Gemeinsam mit der Deutschen Diabetes Stiftung (DDS) hat sie kürzlich ein Nationales Präventionsprogramm entwickelt. Die Umsetzung eines solchen Programms scheint aber noch in weiter Ferne zu liegen.

Foto: Bayer HealthCare

Autor:
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Vorhofflimmern ist die häufigste bedeutsame Herzrhythmusstörung. Die meisten Patienten bemerken es aber nicht einmal – dabei ist es nicht ungefährlich: Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfall-Risiko. Ein deutsch-kanadisches Forscherteam hat ein Immer-dabei-Rhythmuspflaster getestet, das Vorhofflimmern bei Risikopatienten zehn Mal häufiger erkennt als die herkömmliche Diagnostik.


Mit einer steilen These hat sich der Berliner Infektionsschutzexperte Klaus-Dieter Zastrow in die laufende Debatte über Wege aus den Lebensbeschränkungen infolge der COVID-19-Pandemie eingeschaltet. „Warum desinfizieren wir uns nicht die Mundhöhle, da wo das Virus sitzt?", sagte Zastrow im TV-Sender Phoenix. Wenn man das befolge, könnten Schulen, Geschäfte, Restaurants und Kulturstätten in Kürze wieder öffnen.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin