Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Diabetes kann auch zu Komplikationen an den Händen führen

Donnerstag, 10. Februar 2022 – Autor:
Diabetes kann auch zu Komplikationen an den Händen führen. Triggerfinger, Morbus Dupuytren und Karpaltunnelsyndom etwa kommen deutlich häufiger vor als bei Gesunden. Das zeigt eine aktuelle Studie.
Diabetes-Patienten leiden häufiger am schnerzhafte Karpaltunnelsynsrom

– Foto: Adobe Stock/Orawan

Der diabetische Fuß ist bekannt. Doch Diabetes kann auch zu Komplikationen an den Händen führen. Triggerfinger und Morbus Dupuytren etwa kommen häufiger vor als bei Gesunden. Diabetes mellitus könnte außerdem ein Risikofaktor für Karpaltunnelsyndrom, Kubitaltunnelsyndrom und möglicherweise Osteoarthritis des am Mittelhandknochen liegenden ersten Carpometakarpalgelenks sein.

Forscher der Universität Lund in Malmö haben nun untersucht, wie häufig solche  Handkomplikationen vorkommen. Als Studienpopulation diente die Bevölkerung Südschwedens. Es wurden circa 1,1 Millionen Einwohner in der Region Skåne im Alter von über 18 Jahren, davon 50.000 mit Diabetes mellitus, eingeschlossen.

Diabetes kann auch zu Komplikationen an den Händen führen

Von 2004 und 2019 wurden Daten über die Hand-Diagnosen aus dem Skåne Healthcare Register gesammelt und mit dem National Diabetes Register verknüpft.

Ergebnis: Alle fünf Diagnosen traten sowohl bei Männern als auch bei Frauen mit Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 häufiger auf als bei Personen ohne Diabetes. Diabetes kann also auch zu Komplikationen an den Händen führen. Ausnahme: Bei Männern mit Typ 1 Diabetes schien die Osteoarthritis nicht signifikant öfter vorzukommen als bei Gesunden, bei Männern mit Diabetes Typ 2 hingegen schon.

 

Frauen mit Diabetes leiden vor allem am Triggerfinger

Insgesamt litten Frauen mit Diabetes eher an den Handkomplikationen als Männer, am häufigsten am Triggerfinger, hier war das Risiko bis zu acht Mal so hoch, gefolgt vom Karpaltunnelsyndrom, Morbus Dupuytren, Osteoarthritis und Kubitaltunnelsyndrom. Bei Männern mit Diabetes trat am häufigsten das Karpaltunnelsyndrom auf, gefolgt vom Triggerfinger, Morbus Dupuytren, Kubitaltunnelsyndrom und Osteoarthritis.

Fazit der Forscher: Alle fünf Komplikationen, Osteoarthritis mit Einschränkung, sollten analog zum diabetischen Fuß als diabetische Hand verstanden werden. Zukünftige Studien sollten die Pathophysiologie hinter den Handkomplikationen aufklären, um die Entwicklung wirksamer Präventivmaßnahmen zu ermöglichen. Die Studie erschien im Fachmagzin BMJ.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Karpaltunnelsyndrom , Arthritis , Diabetes
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes

Über einen bestimmten Zeitraum auf feste Nahrung verzichten: Das erleben viele als heilsam für Körper und Seele. Diabetikern vom Typ 1 wurde bisher oft davon abgeraten – aus Angst vor einer Entgleisung des Blutzuckerspiegels. Eine Studie der Uni Witten/Herdecke zeigt: Fasten geht hier besser als gedacht – und ist gut fürs Gewicht, den Body-Mass-Index (BMI) und den Umgang mit der Krankheit.

Immer mehr, immer jünger – und häufig sogar schon im Babyalter: Die Zahl der von Typ-1-Diabetes betroffenen Kindern und Jugendlichen steigt auch in Deutschland deutlich an. Darauf weist die „Stiftung Kindergesundheit“ anlässlich des Welt-Diabetes-Tags hin.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Ein Schrank voller Nudeln, Klopapier und Wasserflaschen: Das ist eine Art, mit aktuellen Krisen wie Ukraine-Krieg und Klimawandel umzugehen. Eine weitere Art ist, alles zu tun, dass man psychisch stabil und gesund bleibt. Experten sagen: Das kann man lernen.

Wespen und Stechmücken haben sich gemeinsam mit dem Sommer verabschiedet. Ruhe vor lästigen Insekten haben wir damit nicht. Zecken etwa sind weiterhin aktiv – solange das Thermometer die 8-Grad-Marke nicht unterschreitet. Beim Pilze-Sammeln heißt es deshalb: aufpassen!
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin