. Gesundheitspolitik

Diabetes-Gesellschaft erneuert Forderung nach nationaler Diabetesstrategie

Schon seit langem fordert die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) eine nationale Diabetesstrategie. Anlässlich ihres 55. Geburtstags hat die Fachgesellschaft ihrem Wunsch erneut Ausdruck verleihen.

Die Zahl der Diabetes-Erkrankungen in Deutschland wird Schätzungen zufolge stark ansteigen

Berechnungen des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge wird die Zahl der Typ-2-Diabetes-Erkrankungen bis zum Jahr 2040 um 3,8 bis 5,4 Millionen zusätzlicher Fälle ansteigen, so dass dann 12 Millionen Deutsche betroffen sein werden. Zum Vergleich: In den 50er Jahren waren weniger als eine Million Bundesbürger an Diabetes erkrankt. „Um diese Herausforderung zu meistern, brauchen wir eine nationale Diabetes-Strategie auf breiter Basis, für die sich die DDG auf allen politischen Ebenen einsetzt“, betont DDG-Geschäftsführerin Barbara Bitzer.

Menschen mit Diabetes besser versorgen

Zu der Gesamtstrategie sollen eine bessere, sektorenübergreifende medizinische Versorgung für Menschen mit Diabetes, eine adäquate Medizineraus- und -weiterbildung, ein flächendeckendes Versorgungsnetz, eine angemessene Behandlung und Pflege von Menschen mit Diabetes im Krankenhaus und Pflegeeinrichtungen, moderne Medikamente sowie ein deutschlandweites Diabetesregister gehören „Zudem muss der Beruf der Diabetesberaterin und -beraters bundesweit einheitlich anerkannt werden“, so Bitzer.

Dem Ziel, die Behandlungsqualität zu verbessern, dienen auch zahlreiche Zertifizierungs- und Weiterbildungsbemühungen der DDG. „Zertifizierte Einrichtungen garantieren eine Therapie auf dem Stand modernster wissenschaftlicher Erkenntnis“, erklärt DDG-Präsident Professor Dirk Müller-Wieland- „Gut behandelt, haben Patienten mit Diabetes Typ 2 heute eine ähnliche Lebenserwartung wie die Allgemeinbevölkerung“, betont der DDG Präsident.

 

Digitalisierung soll Versorgung verbessern

Neben medizinischen und technischen Fortschritten soll auch die Digitalisierung zur Verbesserung der Versorgung beitragen. Dazu gehören nach Ansicht der DDG zertifizierte Apps, ein Diabetesregister, aber auch die elektronische Patientenakte: „Die Analyse von Datenmustern wird dazu führen, Individuen mit gewissen Risiken frühzeitig und präzise zu erkennen und zugleich auch zu identifizieren, welche Patienten ganz besonders von einer bestimmten Therapie oder Lebensstiländerung profitieren", so Bitzer.

Prävention bleibt wichtigster Eckpfeiler

Am wichtigsten bleibt jedoch aus Sicht der DDG die Prävention von Diabetes-Erkrankungen. „Deshalb fordern wir seit Jahren eine wirkungsvolle Verhältnisprävention, die es den Menschen erleichtert, gesünder zu leben“, so Bitzer. Dazu zählen gesundheitsfördernde Steueranpassungen, also eine Steuerentlastung gesunder Lebensmittel bei gleichzeitig erhöhter Steuer auf hochkalorische Produkte. Als dringend notwendig erachtet die DDG eine transparente Lebensmittelkennzeichnung. Zudem sollten ein Verbot von Werbung für ungesunde Lebensmittel, die sich an Kinder richtet, verbindliche Standards für die Verpflegung in Kitas und Schulen sowie eine tägliche verpflichtende Stunde Bewegung etabliert werden

Foto: Fotolia - DOC RABE Media

Autor: red
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