. Demenz

Diabetes begünstigt kognitiven Abbau

Eine Studie hat bestätigt, dass Diabetes das Risiko für kognitiven Abbau und die Entwicklung einer Demenz im Alter erhöht. Den Ergebnissen zufolge ist Diabetes im Vergleich zu Bluthochdruck und Übergewicht sogar ein weitaus wichtigerer Faktor für kognitive Beeinträchtigungen.
Diabetes und Demenz

Diabetes beschleunigt den kognitiven Abbau im Alter

Schon länger ist bekannt, dass Diabetes den Abbau von kognitiven Fähigkeiten und die Entwicklung einer Demenz beschleunigen kann. Wie groß der Einfluss jedoch genau ist, konnte bisher nicht sicher gesagt werden, da Diabetes häufig gemeinsam mit anderen Faktoren wie Übergewicht oder Bluthochdruck einhergeht, die ebenfalls das Risiko für kognitive Probleme erhöhen. Forscher von der Universität Singapur haben nun in einer Langzeitstudie zeigen können, dass dem Diabetes die größte Rolle beim kognitiven Abbau von Menschen mit hohen kardiovaskulären Risiken und metabolischem Syndrom zukommt.

Diabetes wichtigster Faktor für kognitive Beeinträchtigungen

Für ihre Studie untersuchten die Forscher um Dr. Tze Pin Ng über 2600 chinesischstämmige Personen im Alter ab 55 Jahren. Sie wurden über einen Zeitraum von knapp zehn Jahren im dreijährigen Rhythmus auf Blutdruck, Fettwerte, Blutzucker und Bauchumfang untersucht. Zudem wurden ebenfalls regelmäßig die kognitiven Leistungen in neuropsychologischen Tests geprüft. Bei unterdurchschnittlichen Resultaten wurden die Probanden in weiteren Untersuchungen gezielt auf kognitive Beeinträchtigungen und Demenz untersucht

Wie sich zeigte, war das Risiko für kognitiven Abbau bei Teilnehmern mit metabolischem Syndrom um 46 Prozent höher als bei denen, die keine Risikofaktoren aufwiesen. Andere Faktoren wie Alter, Rauchen, Bildung oder körperliche Aktivität waren hierfür schon berücksichtigt worden. Als sich die Wissenschaftler die einzelnen kardiometabolischen Risikofaktoren genauer ansahen, konnten sie feststellen, dass das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen bei den Diabetikern besonders erhöht war, nämlich fast um das Dreifache. Ein vergrößerter Bauchumfang higegen ging „nur“ mit einer um rund 50 Prozent erhöhten Wahrscheinlichkeit einher, für Bluthochdruck alleine gab es keinen signifikanten Zusammenhang. 

 

Demenzrisiko bei Diabetes erhöht

In einem weiteren Schritt untersuchten die Forscher nun den kognitiven Verlauf bei den Teilnehmern, die schon zu Beginn der Studie kognitive Beeinträchtigungen aufgewiesen hatten. Hier zeigte sich, dass diejenigen mit metabolischem Syndrom ein vierfach erhöhtes Risiko hatten, eine Demenz zu entwickeln. Die Forscher gehen daher davon aus, dass ein metabolisches Syndrom und hier allen voran Diabetes nicht nur zu leichteren kognitiven Einschränkungen führt, sondern auch das Demenzrisiko signifikant erhöht.

Foto: © Picture-Factory – Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Demenz

| Schwerhörigkeit ist einer der Risikofaktoren für die Entwicklung einer Demenz. Ein Hörgerät kann das Risiko minimieren und wirkt zudem der sozialen Isolation entgegen. Wer einer Demenz noch weiter vorbeugen möchte, sollte außerdem nicht rauchen, auf einen normalen Blutdruck achten und sich ausreichend bewegen.
| Vom späten Nachmittag bis frühen Abend erleben etwa 20 Prozent der Patienten, die an einer Alzheimerdemenz leiden, eine Zunahme ihrer Symptome wie Aggressivität, Verwirrung, Angst oder Orientierungslosigkeit. Forscher haben nun die Ursachen für diesen Zusammenhang genauer untersucht.
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit wurde vor vielen Jahren als Rinderwahn bekannt. In den USA ist jetzt der Fall eines Mannes publik geworden, der an der extrem seltenen Erkrankung gestorben ist. Den Ärzten zufolge soll der Hobby-Jäger Eichhörnchen gegessen haben.
Mit einem neuen Bluttest lässt sich die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) rascher von anderen neurodegenerativen Erkrankungen unterscheiden und diagnostizieren. Zudem erlaubt er eine Prognose des Krankheitsverlaufs.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.