. Diabetes

Diabetes 2: Kombi-Therapie erzielt bessere Blutzuckerwerte

Bei Diabetes-2-Patienten kann eine Kombi-Therapie wirksamer sein als Insulin allein: Forscher der University of Texas stellten fest, dass ein Langzeit-Insulin plus einem Inkretin-Mimetikum für bessere Blutzuckerwerte sorgte.
Diabetes-Patient spritzt sich Insulin

Einige Diabetes 2-Patienten müssen Insulin nehmen

Bei zwei Drittel der Diabetes-Typ 2-Patienten, die mit Insulin behandelt werden, ist der Blutzucker schwer einzustellen. Meist wird dann allmählich die tägliche Insulindosis erhöht oder zusätzlich Insulin zu den Mahlzeiten gespritzt. Nachteile sind Gewichtszunahme und das verstärkte Risiko von Hypoglykämien, erklärt Studien-Autorin Dr. Ildiko Lingvay in einer Mitteilung der Universität.

An der von September 2013 bis November 2014 durchgeführten Studie, die im Fachblatt JAMA veröffentlicht wurde, nahmen 557 Teilnehmer mit schlecht kontrollierbaren Blutzuckerwerten aus 75 Behandlungszentren in 10 Ländern teil. Sie nahmen zu dem Zeitpunkt das Antidiabetikum Metformin und das Insulin Glargin ein.

Diabetes 2 : Kombi-Therapie erzielt bessere Bluzuckerwerte

Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Alle nahmen weiterhin Metformin. Eine Gruppe erhielt weiterhin das Insulin Glargin, die Dosis wurde nach Bedarf erhöht. Die andere erhielten tägliche Injektionen, in denen das Insulin Degludec mit dem Inkretin-Mimetikum Liraglutid kombiniert wurde. Liraglutid stimuliert die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse, Insulin zu produzieren. Die Insulin-Dosis lag bei der Kombi-Therapie niedriger. Auch die Kombinationsdosis wurde nach Bedarf erhöht, jedoch nur bis zu einer festgelegten Obergrenze.

Bei den Teilnehmern, die das Kombinationsprodukt nahmen, sank der HbA1c-Blutzuckerspiegel innerhalb von 26 Wochen stärker, von 8,4 auf 6,6 Prozent. Bei den Probanden, die weiterhin Insulin Glargin nahmen, sank er nur von 8,2 auf 7,1 Prozent. Der HbA1c-Test zeigt den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel über einen Zeitraum von drei Monaten, ein Wert unter 7 gilt als normal.

Diabetes 2 : Kombi-Therapie sorgte für Gewichstverlust

Die Probanden aus der Kombinationsgruppe verloren im Durchschnitt etwa 1,4 kg während die Teilnehmer der Glargin-Gruppe durchschnittlich fast 1,8 kg zunahmen. Nur 6,1 Prozent der Teilnehmer aus der Kombi-Gruppe hatten nächtliche Hypoglykämien im Vergleich zu 24,4 Prozent der Glargin-Patienten.

"Der Vorteil des Kombinationsproduktes ist, dass das Liraglutid bei anderen Krankheits-Mechanismen ansetzt. Es bewirkt Sättigung, induziert Gewichtsverlust und stimuliert die Insulinproduktion“, sagt Dr. Lingvay. Allerdings erschöpft sich die Aktivität der Beta-Zellen im Verlauf der Krankheit. Außerdem kann Liraglutid Nebenwirkungen haben wie etwa Übelkeit. Die Studie wurde vom Hersteller gesponsored.

Foto: Syda Productions

Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes

| 40 Prozent der jungen Diabetes-Typ-1-Patienten werden nach dem Übergang ins Erwachsenen-Alter nicht mehr richtig medizinisch betreut. Fallmanager können helfen. Das berichtet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) im Vorfeld des Weltdiabetestages am 14. November.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.