. Diabetes 2

Diabetes 2 durch Diät heilbar

Diabetes 2 ist durch eine Radikal-Diät heilbar. Das besagen zwei Studien einer englischen Forschergruppe, über die die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) berichtet.
Radikal-Diät

Mit einer 800-Kalorien-Diät lässt dich Diabetes 2 heilen

Die Wissenschaftler aus Newcastle rekrutierten zunächst elf Patienten mit Diabetes Typ-2 und verordneten ihnen eine achtwöchige Diät. Diese führte ihnen nur so viel Energie zu, wie Menschen nach einer bariatrischen Operation verdauen können: 800 Kalorien am Tag. Danach kehrten sie langsam wieder zu festem, aber recht gesundem Essen zurück.

Ergebnis: Bei allen elf Patienten verschwand der Diabetes nach acht Wochen und war auch bei der Nachuntersuchung drei Monate später nicht zurückgekehrt. Der Fettgehalt der Bauchspeicheldrüse sank von durchschnittlich acht auf normale sechs Prozent – und die insulinproduzierenden Zellen nahmen ihre Arbeit wieder auf.

Diabetes 2 durch radikale Diät heilbar

Für eine nachfolgende größere Studie konnten die Forscher 30 Patienten für die Radikaldiät gewinnen. 15 hatten den Diabetes seit weniger als vier Jahren, weitere 15 hatten ihn schon länger als acht Jahre. Zwölf (87 Prozent) der Probanden, die ihren Diabetes seit weniger als vier Jahren hatten, brauchten nach den acht Wochen keine Medikamente mehr.

Ihre Leber war bereits nach gut einer Woche wieder insulinempfindlich geworden, ihre Bauchspeicheldrüse produzierte wieder Insulin. Der Blutzucker hatte sich komplett normalisiert. Nach sechs Monaten waren die zwölf Patienten noch immer ohne Diabetes, ein dreizehnter kam neu hinzu. Bei der Gruppe, die zum Teil schon über 20 Jahre mit Diabetes lebte, gelang es immerhin der Hälfte der Teilnehmer, ihren Blutzucker so weit zu senken, dass die Diagnose Diabetes nicht mehr auf sie zutraf.

Diabetes 2 gilt an sich als nicht heilbar

Diabetes 2 gilt an sich als nicht heilbare, chronische Erkankung, die weiter fortschreitet und irgendwann die Insulin-Einnahme nötig macht. Bekannt ist aber schon lange, dass bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern eine Gewichtsabnahme den Blutzuckerwert senkt. Da dabei das Fettgewebe abnimmt, wird der Körper wieder empfindlicher für das körpereigene Insulin. Auch körperliche Bewegung erhöht die Empfindlichkeit des Körpers gegen das Insulin und bewirkt damit eine Senkung des Blutzuckers.

Mit einer Normalisierung des Körpergewichts, geeigneter Ernährung und regelmäßiger körperlicher Bewegung lässt sich Diabetes zum Stillstand bringen, heißt es bei den Internisten im Netz. Damit lassen sich dann auch Folgeerkrankungen vermeiden. Jedoch schaffen es nicht alle Patienten, die damit verbundene Umstellung ihres Lebensstils auch beizubehalten. 

Foto: Africa Studio

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes 2

| Der GKV-Spitzenverband und die Arzneimittelersteller haben sich auf einen Preis für DPP-4-Hemmer geeinigt. Damit erhalten Patienten mit Typ-2-Diabetes die blutzuckersenkenden Medikamente weiterhin auf Kassenrezept.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Bei Frauen mit genetisch bedingtem Lungenhochdruck kann Östrogen eine Rolle bei der Erkrankung spielen. Experimente zeigen nun, dass Medikamente, die das Östrogen hemmen, der Erkrankung vorbeugen und auch zu ihrer Behandlung dienen können.
Knapp drei Millionen Tiere sterben in Deutschland jedes Jahr für die Forschung – viele davon umsonst, weil sich die Ergebnisse aus Tierversuchen oft nicht auf Menschen übertragen lassen. Nun wurde ein Modellsystem ausgezeichnet, das Tierversuche in der Schlaganfallforschung ersetzen soll.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.