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Deutschland im Corona-Schock – Inzidenz so hoch wie nie

Dienstag, 9. November 2021 – Autor:
Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ist auf 213,7 gestiegen. Damit wurde ein Höchstwert in der gesamten Pandemie erreicht. Wie kann das sein?
Vierte Welle trotz Impfung: Für die steigenden Zahlen in Deutschland gibt es Erklärungen

Vierte Welle trotz Impfung: Für die steigenden Zahlen in Deutschland gibt es Erklärungen – Foto: © Adobe Stock/ Spitzi-Foto

Das Robert Koch-Institut meldet einen Rekordwert: Am Dienstag ist die 7-Tage-Inzidenz auf 213,7 gestiegen. Schon am Vortag wurde mit 201,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche ein Höchstwert erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 21 832 Corona-Neuinfektionen. Zudem wurden dem Bundesinstitut binnen 24 Stunden 169 Corona-bedingte Todesfälle mitgeteilt.  

Die Lage in den Kliniken

Trotz Rekordinzidenzen ist die Lage in den Krankenhäusern noch deutlich besser als zum Höhepunkt der dritten Welle im Winter 2020/2021. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 4,31 an. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Hospitalisierungs-Inzidenz ist die Stellschraube für die Verschärfung von Maßnahmen. Einen bestimmten bundesweiten Schwellenwert gibt es jedoch nicht, unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede. Auch die Lage auf den Intensivstationen ist besser als im letzten Winter. Mitte Januar wurden 5.700 Corona-Patienten intensivmedizinische behandelt, heute sind es 2.616, also knapp halb so viele.

Im Unterschied zur dritten Welle sind aber 67,2 Prozent der deutschen Bevölkerung vollständig geimpft. Wie kann es sein, dass sich das Coronavirus dennoch so rasant verbreitet?

 

Gründe für die vierte Welle

Experten zufolge heizen vor allem drei Faktoren die vierte Welle an:

Delta-Variante ansteckender

Erstens: Die Delta-Variante ist deutlich ansteckender als die Virusvariante, die im Winter dominierte. Dadurch infizieren sich mehr Menschen, auch Geimpfte können das Virus weitergeben, wenngleich sie in der Regel nicht so schwer erkranken. Um Delta unter Kontrolle zu bringen, sind Impfquoten von mindestens 85 Prozent nötig. Davon ist Deutschland noch ein gutes Stück entfernt. Zudem haben die Impfstoffhersteller ihre Impfstoffe bisher nicht an die Delta-Variante angepasst. Der Impfschutz ist somit geringer, als in den Zulassungsstudien. 

Nachlassender Impfschutz

Zweitens: Der Impfschutz lässt bei vielen Menschen nach, insbesondere bei älteren. Eine Aufffrischungsimpfung haben aber gerade mal erst 2,8 Million Menschen erhalten. Israel konnte mit der dritten Impfung die veiret welle brechen.

Herbst ist Virensaison

Drittens: Herbst und Winter sind Virensaison. Wir halten uns wieder mehr in geschlossenen Räumen auf, wo das Virus ideale Bedingungen für seine Verbreitung findet.

Hinzukommt eine gewisse Pandemiemüdigkeit. Dass die nationale Notlage am 21. November beendet wird, dürfte vielen das Gefühl vermittelt haben, die Pandemie sei jetzt vorüber. Teile der Bevölkerung halten sich nicht mehr an die Regeln und die 3-G-Bestimmungen werden vielerorts nur sehr lax kontrolliert. Zudem wurden im Oktober die kostenlosen Corona-Tests abgeschafft. Das erschwert die Infektionskontrolle. 

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Corona , Medizin
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