. Infektionsausbruch in China

Deutschland bereitet sich auf neues Coronavirus vor

Aktuell sind bereits rund 800 Menschen in China an dem neuen Coronavirus erkrankt, 25 starben. In Deutschland gab es bislang noch keinen Erkrankungsfall, doch das kann sich jederzeit ändern.
Die Menschen in China fürchten sich vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus. Viele Tragen einen Mundschutz

Die Menschen in China fürchten sich vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus. Viele Tragen einen Mundschutz

Noch geben die Behörden für Deutschland Entwarnung. Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Fall einer Infektion mit dem neuen Coronavirus auch in Deutschland auftritt. Nach Stand vom Freitag sind in Thailand vier, in Singapur zwei, in Japan, Südkorea, Vietnam und den USA jeweils ein Erkrankungsfall gemeldet worden. Die Erkrankten waren Rückkehrer aus China bzw. aus der 11 Millionen Metropole Wuhan, wo das Virus seit Ende Dezember zu mysteriösen Lungenentzündungen führt. Am 7. Januar konnten die dortigen Gesundheitsbehörden die Krankheitsursache identifizieren: Es handelt sich um ein neuartiges Coronavirus, das mit dem SARS-erreger verwandt ist. Bislang gilt unter Experten das Neue Coronavirus als nicht so tödlich wie SARS. Diese Einschätzung ist jedoch mit Unsicherheiten behaftet, da die Ausbreitung gerade erst begonnen hat. Bis Freitag wurden in China 800 Erkrankungs- und 25 Todesfälle gemeldet.

Mensch-zu-Mensch-Übertragung gilt als gesichert

Inzwischen gehen die Behörden fest von einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung aus. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) sind weitere Mensch-zu-Mensch-Übertragungen in begrenztem Umfang zu erwarten.

Das RKI und die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) schätzen das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland zurzeit (Stand Freitag, 24.1.) als gering ein. Aber: „Wir müssen damit rechnen, dass es auch in Deutschland zu eingeschleppten Einzelfällen kommen wird“, sagt der DGI-Vorsitzende Professor Bernd Salzberger. Auch könne sich die aktuelle Einschätzung sich aufgrund neuer Erkenntnisse kurzfristig ändern. Das Auswärtige Amt hatte am Donnerstag empfohlen, nicht notwendige Reisen nach Wuhan zu verschieben. Die WHO sieht unterdessen noch keine „ Notlage mit internationaler Tragweite“, aber das könne sich jederzeit ändern, hieß es am Freitag.

 

RKI hat Ablaufschema für Ärzte entwickelt

Für Verdachtsfälle in Deutschland hat das Robert Koch-Institut bereits ein Ablaufschema für Ärzte zur Verdachtsabklärung, Diagnostik, Hygienemaßnahmen, Patientenisolierung sowie Behandlung entwickelt. Dem RKI und virologischen Instituten steht mittlerweile ein Test auf das Coronavirus 2019-nCoV zur Verfügung. Wissenschaftler von an der Charité hatten den Test entwickelt, nachdem die Veröffentlichung der Erbsequenz des Virus vor rund zwei Wochen erfolgte.

„Wichtig ist jetzt vor allem, Ärzte und medizinisches Personal in Kliniken und Praxen für das Thema zu sensibilisieren, damit Verdachtsfälle schnell identifiziert werden“, sagt Professor Dr. med. Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie am Universitätsklinikum Essen. Zudem sollte jeder Verdachtsfall so früh wie möglich durch einen Infektionsspezialisten begleitet werden. „Die qualifizierte infektiologische Behandlung kann auch sicherstellen, dass Mitpatienten und Klinikpersonal nicht gefährdet werden und die Infektion nicht weiterverbreitet wird“, so Witzke.

Grippe wahrscheinlich schlimmer

Die Verbreitung des Coronavirus in China trifft mit dem Beginn der Grippewelle in Deutschland zusammen. 13.000 Grippefälle und 34 Ausbrüche wurden dem RKI bislang gemeldet. Damit ist die Grippewelle offiziell bestätigt. Die Experten gehen für Deutschland von wesentlich mehr Grippetoten aus als von Todesfällen durch das neuartige Coronavirus.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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