. Patientenbefragung

Deutsche sind mit Kliniken zufrieden

Patienten in Deutschland sind mit der Versorgung in ihren Krankenhäusern zufrieden. Allerdings gibt es zwischen einzelnen Häusern deutliche Unterschiede. Das hat die bisher größte Patientenbefragung Deutschlands ergeben.

82 Prozent der Befragten waren zufrieden und empfehlen das Krankenhaus weiter

Würden Sie die Klinik weiterempfehlen? Wie zufrieden waren Sie mit der ärztlichen Versorgung? War die Klinik sauber und wie war die pflegerischen Betreuung? Wie zufrieden waren Sie mit Ablauf und Organisation? Diese und andere Fragen bekamen rund eine Million Versicherte von AOK und BARMER GEK in den vergangenen zwölf Monaten gestellt. Mehr als 450.000 Patienten haben geantwortet und ihre persönlichen Erfahrungen während des Krankenhausaufenthalts mitgeteilt. Die Ergebnisse der bislang größten Patientenbefragung in Deutschland liegen nun vor und stellen den Krankenhäusern im Großen und Ganzen ein gutes Zeugnis aus.

Zwar nehmen die Patienten durchaus Unterschiede zwischen einzelnen Häusern wahr. Insgesamt fällt die Zufriedenheit aber hoch aus: 82 Prozent der Befragten würden ihr Krankenhaus weiterempfehlen. 83 Prozent äußern sich zufrieden mit der ärztlichen Versorgung, 82 Prozent mit der pflegerischen Betreuung. Etwas geringer ist die Zufriedenheit mit Organisation und Service (79 Prozent).

Nicht alle Krankenhäuser werden gleich gut bewertet. Etwa zwei Drittel der Kliniken erreichen Weiterempfehlungsraten von über 80 Prozent, das restliche Drittel liegt darunter. Rund 2,5 Prozent der Häuser fallen sogar unter 70 Prozent.

Medizinische Versorgung hat höchste Priorität

Die Auswertung der Befragungsergebnisse habe eine klare Rangfolge ergeben, was den Patienten wirklich wichtig sei, sagt Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK. „An erster Stelle steht die Medizin, dann kommt die Kommunikation und zuletzt der Komfort. Wenn wir künftig über die Qualität von Krankenhäusern sprechen, muss es daher in erster Linie um medizinische Qualität, weniger um Zweibettzimmer-Standard, Wartezeiten oder das Drei-Gänge-Menü gehen.“

Die Ergebnisse zu den jeweiligen Krankenhäusern sind im Suchportal der Weissen Liste sowie in den darauf basierenden Portalen von AOK und BARMER GEK abrufbar. Die komplett überarbeiteten Internetseiten sollen Patienten bei der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus unterstützen. Die "Weisse Liste" ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen.

Patientenbefragung hilft anderen Patienten

"Verbraucher haben einen Anspruch auf Qualität und Sicherheit. Das gilt auch und gerade beim Thema Gesundheit. Wer einen Krankenhausaufenthalt plant, sollte die in Frage kommenden Krankenhäuser sorgfältig prüfen und sich fundiert für eins entscheiden“, sagte Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. „Die Erfahrungen anderer Patienten sind eine wichtige Stütze, um zu erfahren, welche Qualität und welche Sicherheit das Krankenhaus garantiert."

Foto: Barmer GEK

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Patientenzufriedenheit , Qualitätssicherung , Krankenhäuser , Krankenkassen

Weitere Nachrichten zum Thema Krankenhäuser

| Die Zustände in deutschen Pflegeheimen haben sich etwas verbessert. Doch noch immer gibt es erhebliche Defizite. Dies geht aus dem 3. Pflege Qualitätsbericht der Krankenkassen hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Top-Fortbildungen
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.